Wantenspannung, Leewanten, Dyneema – was ist sinnvoll?

Für einen optimalen Vortrieb ist es wichtig, dass das Großsegel ein möglichst gutes Profil über die gesamte Höhe aufweist. Dies wird über den Mast, der Mastbiegung (eingestellt durch Wantenlängen) und natürlich über den Segelschnitt erreicht.

 

WANTENLÄNGE?

Hier die bestmögliche Einstellung zu finden, die auch bei verschiedenen Windstärken gut passt, kann nur über Praxisversuche ausgetestet und eingestellt werden. Die Firma Grabner hat in den letzten Jahren auf diesem Gebiet, zusammen mit erfahrenen Segelexperten, viele aufwendige Tests durchgeführt und die Detaileinstellungen verfeinert.

 

Wenn Sie einen neuen HAPPY CAT kaufen, wird dieser bereits mit einer bestmöglich eingestellten Wantenlänge der kurzen und langen Wanten ausgeliefert. Wenn die Grundeinstellung der Wantenlängen auch nur um wenige Millimeter geändert wird, ändert sich auch die Mastbiegung deutlich. Dies führt zu einem schlechteren Großsegelprofil und dadurch zu weniger Vortrieb. Wir empfehlen Ihnen daher, die Wantenlänge nicht zu ändern und auch keine Wantenspanner einzubauen, da dies aus Erfahrung die Leistung des Katamarans durch Falscheinstellung mindert.

 

LEEWANTEN NICHT GESPANNT?

So komisch sich das anhört, aber alle Materialien am Boot dehnen sich – auch die verwendeten Edelstahlwanten. Grundsätzlich wird darauf geachtet Materialien zu verwenden, die eine möglichst geringe Dehnung aufweisen. Aber leider kann eine gewisse Dehnung nicht ganz vermieden werden. Damit die Leewanten nicht gespannt sind, genügen bereits wenige Millimeter Dehnung der Luvwanten. Es gibt als Zubehör das ‘LEEWANTEN STRAFFER SET’, damit sind auch die Leewanten immer gespannt, ohne das die Grundeinstellung der Wantenlänge verändert wird.

 

WANTEN AUS EDELSTAHL ODER DYNEEMA?

Damit die Wantenlängen bereits im Grabner Werk genau eingestellt werden könne, werden Edelstahlwanten mit professionellen Edelstahl Terminals (aufgewalzte Endstücke mit Augen oder Gabeln) verwendet. Das hat den großen Vorteil, dass die Wanten bereits im Werk Millimeter genau abgelängt werden können und sich die Ausgangslänge des Seils nicht mehr ändert.

 

Würden die Wanten aus einem Dyneema Seil gefertigt werden, so hätte dies einige Nachteile:

  • Die Ausgangslänge kann grundsätzlich nicht so Millimeter genau eingestellt werden, wie bei einem Edelstahlseil mit Terminals. (Seil müsste gespleißt werden)
  • Dyneema ‘wandert’ bei den ersten Segelstunden. Es ändert sich also anfangs die Ausgangslänge bis zu einem gewissen Maß, welches dann aber auch beibehalten wird. Dadurch würde es noch weniger möglich sein, die Wanten bereits im Werk genau einzustellen.
  • Es wäre also notwendig, Wanten-Lochbleche einzubauen, mit welchen jeder Segler nach ein paar Segelstunden die genaue Wantenlänge individuell einstellen müsste.
  • Da aber manche Kunden keine Erfahrung zu unterschiedlichen Wantenlängen und deren Auswirkungen auf das Segelprofil bzw. Mastbiegung haben, könnte eine individuelle Einstellung das Rigg ins Negative verstellen.

 

DEHNUNG VON EDELSTAHL UND DYNEEMA

Auch wenn Dyneema stark damit umworben wird, als hätte es überhaupt keine Dehnung, so haben unsere Praxisversuche gezeigt, dass es bei hohen Starkwindbelastungen auch dehnt. Die verwendeten 4mm Edelstahlwanten haben eine ähnliche Dehnung, wie ein vergleichbares Dyneema Seil, allerdings mit allen genannten Unterschieden. Auch am HAPPY CAT werden Seile aus Dyneema verwendet, allerdings nur für Fallleinen und nicht für Wanten oder wichtige Spannseile.

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