HCH – Entscheidungshilfe Florian E.

Ein Hurricane im Allgäu.

Motorboot oder Segelboot?
Festrumpf oder mit Luft befüllbar?
Kajak oder Rennmaschine?

Um es gleich zu sagen: Eigentlich habe ich sie alle durch.

 

Die Frage, die geblieben ist: Womit kann man in Bayern – oder besser: im Allgäu am besten „leben“.

Muß das sein? Wie wichtig ist der Wassersport? Reicht ein Surfbrett oder will man in meinem Alter noch mit dem Kiten beginnen?

 

Und dann kam er. Der Hurricane.

Weniger in, als an ihn bin ich letztes Jahr in Friedrichshafen geraten.

Als der erste Test auf dem Rottachspeicher, Nähe Sulzberg, fällig war, habe ich mich allerdings schon auch ein bisschen gefragt, ob ich in einen Sturm geraten bin, aus dem ich nicht mehr so einfach rauskomme.

 

Dazu später mehr.

 

Letztlich ist es so, dass die Firma Grabner sich nun – mittlerweile – als „Manufaktur“ bezeichnet – und das zu Recht.

 

Das Material, welches für die Rümpfe des Happy Cat Hurricane verwendet wird, kommt von der Firma Continental – kein billiges Plastik aus China also  – sondern Naturkautschuk. – Gute Sache.

 

Ach so. Warum nun gerade ein Katamaran? Warum ein zerlegbares Modell? Warum der Hurricane?

 

Ich könnte sagen: Weil ich dieses Boot, in dieser Fahrzeugkategorie für das Beste halte, was auf dem Markt gibt – durchdacht, torsionssteif, schnell (Korrektur: sehr sehr schnell), im Aufbau einfach und immer durchdrungen von dem Gedanken, Möglichkeiten zu eröffnen, die mit anderen Booten nicht so einfach zu realisieren sind.

Motorboote z.B.: Sind in Bayern nicht tabu, aber es ist unheimlich schwer einen Liegeplatz zu finden – zudem die Kosten ungleich höher werden, wenn man an den Sprit denkt.

 

Kiter und Surfer: Sind ab 4 Bft etwas zügiger unterwegs, darunter etwas weniger schnell  – überdies ist es aber ein einsamer Sport – das Trampolin vom Hurricane bietet locker Platz für 2 – dann ist man aber platztechnisch großzügig bedient – das wäre auf einer Jolle gleicher Grösse nicht gegeben.

 

Überdies: das Motorboot braucht einen Liegeplatz, die Jolle auch – und selbst zerlegbare Katamarane mit festen Rümpfen sind ohne Hänger und zweiten Mann / zweite Frau kaum zu tragen, transportieren, aufzubauen, abzubauen.

 

Mein Kat liegt in der Wohnung. Im Regal. Ganz zufrieden ist er da, in seinen Packtaschen, alles schön gepolstert und bequem, trocken und entspannt – mein Kombi meckert auch nicht – da geht er nämlich rein, der ganze Katamaran  – mitsamt Mast und Segel und Rümpfen.

 

Und wie war das jetzt?

Das erste Mal auf dem Rottach?

Heftig. Beaufort 3 war angesagt und eine sehr steife 5 kam dann um die Ecke.

 

Das Schiff – dieser kleine, 15 Fuss lange Katamaran ist nicht gefahren – er ist gerannt.

Völlig unglaublich, wie auf Schienen.

Ok. Beim Durchhalsen hätte nicht viel gefehlt und er wäre gekippt – Großschot gelöst – und schon ging es weiter.

Das Boot ist wirklich rasant, ich kann es nicht anders sagen, es spricht auf jeden Windhauch – gerade bei weniger Wind – wie diese Woche am Starnberger See – unmittelbar an – Yachten mit 9 und 10 Meter Länge und unter Vollzeug haben das Nachsehen – viele Jollen auch.

Und warum gibt es jetzt so wenig Fotos?

Na, am Rottach hatte ich alle Hände voll zu tun, das Boot in einem Stück nach Hause zu bringen – und am Starnbergersee war ich einfach zu entspannt.

 

Klar. Man muss aufbauen (was aber mit Übung locker unter 40 Minuten zu bewältigen ist).

Man muss auch abbauen und verstauen.

Das erfordert etwas Aufwand und man sollte sich schon einen Tag frei nehmen – um dann die Fahrt auf dem Wasser mit dem Sportgerät in vollen Zügen zu geniessen.

Die Messung bei nicht ganz drei Beaufort auf dem Starnberger See ergab eine maximale Geschwindigkeit von 21 km/h.

Wie schnell es auf dem Rottach gewesen ist, kann ich nur schätzen – ich bin aber ziemlich sicher, dass sich das Boot fast konstant jenseits der 30 km/h bewegt hat.

 

Bis hier kann ich sagen: Jederzeit wieder.

Ich freue mich auf den nächsten Törn.

Und ein Dank an die Firma Grabner, die überdies einen sehr freundlichen und stets hilfsbereiten Support zur Verfügung stellt: Das Boot ist aus meiner Sicht und mit nicht weniger als 36 Jahren Erfahrung auf dem Wasser ein absolut gelungener Wurf.

Florian E.

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