EVO – Testbericht Gerd Kassel Südfrankreich

Gerd Kassel testet den HAPPY CAT EVOLUTION am Lac du Salagou in Südfrankreich. Hier seine Ergebnisse:

Testbericht Happy Cat Evolution

Die bekannte Luftboot-Firma GRABNER aus Österreich lieh uns im April 2015 für 2 Wochen ihren neusten Schlauch-KATAMARAN aus der seit Jahrzehnten bekannten HAPPY CAT-Serie zum ausgiebigen TESTEN! Und um es vorweg zu sagen: Der neue Happy Cat EVOLUTION begeistert uns! Schon früher konnten wir verschiedene Vorgängermodelle als klein verpackbare REISE-Segelboote genau kennenlernen, so dass uns heute bedeutende NEUERUNGEN im Bau dieses Segelbootes ins Auge springen.

Das fängt mit den innovativen SCHWIMMERN an und hört mit einem starkwindtauglichen RIGG noch lange nicht auf.

Die äußere Form der Schwimmer hat uns zunächst stark verwundert, sind sie doch in einer bisher unüblichen Weise geformt. Doch Fakt ist: Nie zuvor sind wir auf luftgefüllten Schläuchen so SCHNELL gesegelt!

Früher waren die „Leitwerke“ der Grabner-Katamarane, sprich das SCHWERT zur Haltung der Spur und Vermeidung seitlicher Abtrift und das STEUERBLATT, mit dem ein Wasserfahrzeug exakt gelenkt wird, aus Holz. Heute sind diese wohlgeformten, schnittigen Teile aus ALUMINIUM und damit haltbarer und pflegeleichter. Und man gewinnt den Eindruck, dass sie mit weniger Bremseffekt durchs Wasser schneiden, als die Holzbretter!

Die Verlegung des Steuerblattes weiter ans Heck des Katamarans mit Hilfe einer robusten Verlängerung, die am stabilen Trampolin-Rahmen angeschraubt wird, erweist sich unserer Meinung nach als sehr vorteilhaft.Das Boot ist wesentlich weniger LUVGIERIG, als man das bei Vorgängermodellen beobachten konnte und damit auch tauglicher fürs Segeln bei Starkwind.

Die SEGEL des neuen GRABNER-„Knallers“ erweisen sich als sehr druckpunktstabil, haltbar und starkwindtauglich. Das gelegentliche, leichte Killen der Fock konnten wir auch durch hartes Durchsetzen nicht immer verhindern. Doch dieses Phänomen kennen wir auch von unseren anderen Segelbooten.

Beim Happy Cat Evolution werden wie bei den neueren Vorgängermodellen nur hochwertige ALU- und EDELSTAHL-Bauteile verwendet. Man benötigt zum Auf- und Abbau keinerlei Werkzeug.
Zum einfachen BOOTSTRANSPORT vor Ort am Segelstrand gibt es zwei kleine Luftreifen an soliden Vierkant-Stäben, die man hinten am Trampolinrahmen in dort angebrachte Halterungen stecken und fixieren kann. Das macht einen viel größeren Slipwagen überflüssig. Die Räder werde ich auch bei geplanten Segeltrekkingtouren mit Zeltgepäck an Bord haben.

Laut Herstellerangaben darf der EVO mit 11,5 qm Segelfläche bis Windstärke 5 eingesetzt werden. An 11 von 14 Tagen herrschte an unserem für Testzwecke bevorzugten WINDSPOT Lac du Salagou im Südwesten Frankreichs TRAMONTANA. Das ist ein sehr ruppigerStarkwind von Windstärke 5 bei plötzlichen Böen bis Windstärke 8. Will man unter diesen Bedingungen segeln, benötigt man ein Boot, dass mehr aushält, als Windstärke 5. Wir haben es mit dem Happy Cat Evolution gewagt…. Und gewonnen! Der EVO hat seinen mehrtägigen Hardcore-Einsatz beinahe schadlos überstanden! Und das, was schief ging, passierte nicht auf dem Wasser, sondern an Land. Bei Windböen bis 70 km/h muss man sorgfältig darauf achten, dass einem der vergleichsweise sehr leichte Gummi-Kat in plötzlichen Sturmböen nicht davon fliegt. Auch ohne Beseglung muss er am Strand an windigen Tagen sorgfältig angebunden und gesichert werden, besonders, wenn die Slipräder noch montiert sind.

Und zum Schluss: Obwohl unsere Segelbootflotte schon sehr umfangreich ist, könnte ich persönlich diesen neuen Grabner-„Knaller“ gut gebrauchen. Für SOLO-Touren mit Zeltgepäck wäre es von Größe, Gewicht, Wendigkeit und Robustheit das richtige Boot für Seentouren in Mecklenburg, Masuren, Schären in Schweden und Finnland. Und die Insel Elba würde ich nach Kajaks auch mal gerne mit Wind-Energie umrunden, wie es die Grabners im Herbst 2014 mit dem Happy Cat EVO vorgemacht haben.

Gerd Kassel, April 2015

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