ABA

Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

  • 14.05.2021
  • 9

Guten Tag,

brauche Erfahrungswerte für die Spannung der Wanten, bzw. Vorspannung des Vorliek. Gestern das 3. Mal auf dem Wasser mit unserem nagelneuen happy Cat Evolution. Das erste Mal mit richtig kräftig Wind… 😀 Dabei ist mir aufgefallen, dass während der Fahrt 3 von 4 Wanten lose waren, und der Mast sich um 90 Grad nach Lee gedreht hat. Ist das Normal ? Ich habe den Flaschenzug (siehe Fotos) soweit gespannt bis die Rollen zusammen kamen. Müsste ich mehr Vorspannen ? Kann mir jemand Tipps geben ?

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    • KP.Riemer

      Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

      • 14/05/2021

      Hi,
      ich würde mal sagen, dass kann so richtig sein. Die beiden Wanten in Lee sind beim Segeln immer locker, schlackern sogar manchmal richtig umher (wenn man das beseitigen will, gibt es Leewanten Straffer als Grabner Zubehör). Was die Luv Seite angeht kann es ebenso sein, dass nur die obere Want gespannt ist und die untere nicht (wären dann 3 von 4). Sagt Grabner auch irgendwo, dass die unteren nur bei größerer Belastung greifen. Von daher wäre ggf. noch interessant was für dich “kräftig Wind” ist ;-).
      Was mir auf den Bildern auffällt: Das Vorstag ist mit der Fock irgendwie aufgerollt. Das gehört nicht so. Grundsätzlich kann es mal sein, dass sich beim Mast stellen etwas verheddert. Sollte man immer vorm Setzen der Segel kontrollieren und ggf. bereinigen.
      Was die Mastrotation angeht würde ich auch sagen, dass das in Abhängigkeit von Wind und Segelstellung durch aus so sein kann.
      Was die Spannung des Vorliek’s angeht achte ich eigentlich immer drauf, wie es sich beim Segel verhält. Fällt das Vorliek schnell ein (obwohl zB der eigentlich mögliche maximale am-Wind-Kurs nicht erreicht ist) ist die Spannung zu gering. Grundsätzlich gilt natürlich wie beim Aufbau auch beschrieben: Maximal spannen. Ich spanne das auch manchmal auf dem Wasser nach …
      Hoffe, ein bisschen geholfen zu haben … viele Grüße, Klaus

      • ABA

        Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

        • 15/05/2021

        Vielen Dank für die guten Tipps, es beruhigt mich ein wenig. Ja, da Vorstag habe ich beim Fotoshooting eingerollt, war nicht aufmerksam. Wir haben eh abgebaut nachher, waren nicht so auf dem Wasser. Der Wind war 16 Knoten mit Böen um die 28. Für uns wars viel, aber vielleicht ist das ja noch nix für geübte Segler ?!
        Ich muss nächstes Mal definitiv die Vorspannung nochmals genauer unter die Lupe nehmen und diesen 10cm Test machen.

        Noch eine kleine Frage: Wie macht ihr das wenn ihr ins Wasser geht und der Wind bläst von der Seite, baut ihr das Grosssegel auch erst im Wasser auf ?

        • KP.Riemer

          Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

          • 15/05/2021

          Hi, also das würde ich auch als kräftigen Wind bezeichnen und ich denke viele andere auch. Dann passt das auch mit der Mastrotation. Wenn ggf. auch jemand im Trapez war wirkt sich das dann ja auch auf die Wanten aus …

          Zum Segel setzen: Da ich meistens alleine segle setze ich das Groß immer an Land. Traveller und Schot lose dann geht das eigentlich. Natürlich muss man das Boot schon stärker festhalten da das Segel ja irgendwann an den Wanten anliegt und dadurch selbst bei loser Schot Druck entsteht. Helfen tut mir da meistens eine Sorgeleine. Das ist eine dickere Schot die einmal um das ganze Boot geht und jeweils vorne, mittig und hinten an den Rahmenteilen fest ist (so, dass sie eher locker durchhängt). Da hat man immer etwas wo man reingreifen kann und das Boot halten oder auch drehen. Solch eine Leine ist übrigens auch nützlich wenn man mal überraschend im Wasser landet …
          Ich bin selber recht groß, ich finde es vielleicht daher auch unpraktisch und unübersichtlich, wenn das Groß auf dem Trampolin liegt. Ferner bekomme ich das Groß fast nie in einem Zug hoch, irgend wann verhakt sich der Keder immer mal. Das wäre mir dann gerade wenn ich halt alleine bin zu viel zu nervig.
          Viele Grüße…Klaus

    • Christoph

      Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

      • 14/05/2021

      Hallo,

      Ich kann mich meinem Vorschreiber soweit anschliessen, möchte aber einmal auf den Flaschenzug eingehen. Das die einzelnen Rollen so dicht zusammen stehen ist eher ungewöhnlich. Man sieht auf dem Foto deutlich, dass der Knoten vor dem oberen Block steht und das darunter liegende Tau durchhängt..normalerweise soll nicht weiter als bis zum Knoten gespannt werden.
      Bei mir gibt es diesen Knoten gar nicht und ich spanne das Vorliek soweit, bis es sich etwa 10 cm zu jeder Seite bewegen lässt. Die Blöcke/Rollen sind aber dann bei weitem nicht so dicht beieinander.

      Viele Grüße, Christoph

      • ABA

        Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

        • 15/05/2021

        Hallo Christoph,

        vielen Dank für den Tipp mit dem Flaschenzug. Wie sieht das denn bei dir aus ? Ich nehme an Grabner hat das System etwas überarbeitet und den Knoten gesetzt dass man nicht zu fest spannen kann ?! Ich werde das mit den 10cm mal testen nächstes Mal. Gruss

        • Christoph

          Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

          • 16/05/2021

          Vom Prinzip fehlt bei mir nur der Knoten, der als Orientierung dient…ich könnte ihn auch selber bei passender Spannung einknoten, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und die 10cm-Regel passt ganz gut, so dass ich auf den Knoten verzichte. Vorgesehen war er aber bei mir wohl schon, denn in der Aufbaubeschreibung ist er auch erwähnt.
          Bei Interesse kannst du dir mal ein Aufbauvideo von mir anschauen: https://youtu.be/d1Je_P59z60
          Da zeige ich das mit dem Fockfall, bzw. mit dem Flaschenzug auch einmal.

          Viele Grüße, Christoph

    • andreashenke

      Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

      • 16/05/2021

      Ein altes Thema und hier steht einiges im Zusammenhang.
      Grundsätzlich gut, richtig und wichtig sind die Wantenspanner, um das Schlagen bzw. Rucken an den Leewanten zu vermeiden.

      Ein weiterer Punkt ist die “Mastbiegung”. Da ist die tatsächliche Biegung infolge der Belastung (Segeldruck, Zug der Großschot), die normal und nicht vermeidbar ist.
      Und dann ist noch die “Luft” in den Steckverbindungen des Mastes.

      Die unteren Wanten greifen ein, wenn der Mast in der Mitte am meisten die Ideallinie verlässt bzw. am wenigsten, wenn er gerade steht.
      Auch wenn alles fix und fertig ist, seht euch einmal diese Bedingungen an eurem HC an und messt auch mal die Wantenlängen nach. Sie müssen als Paar gleich lang sein und bereits ein paar Milimeter sind nicht gut.

      Die ungewollte Drehung des Mastes in die falsche Richtung (nicht in der Flucht zum Segel) ist bzw. kann eine Folge der Mastbiegung sein.
      Das Fockfall spannt seitlich und rechts (in Fahrtrichtung). Spannt ihr den Flaschenzug am Vorliek (Mastnut) sehr stark, um das Groß ordentlich in Form zu bringen, weicht der Mast zwangsläufig nach links aus.
      Führt einfach das Großfall vor den Beschlägen am Mast entlang. Damit verläuft es in der Form des Mastes und fast dem Vorliek gegenüber und ihr vermeidet die seitliche Biegung wesentlich besser..
      Der Mast würde in gerader Linie exakt rotieren und nicht “umspringen” und auf der falschen Seite stehen bleiben.
      Das ist nur mit der Begrenzung der Toleranzen in den Steckverbindungen möglich. Ich habe etwas getan und nur noch 2/10 mm Luft. Trotz der höheren Spannungen am Vorliek bzw. Fall wegen anderer Segel, habe ich eine bessere Form des Mastes.
      Zudem habe ich Spanner in den neuen Wanten und das passt jetzt sehr gut.

      Allerdings habe ich auch den Rotationsbegrenzer umgebaut. Dessen Hebel wird bei mir über jeweils außen liegende Rollen und 2 Klemmen bedient und fixiert. Das ist aber nicht das Entscheidende.

      Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass wir einen 4teiligen Mast haben (NEO 3teilig) und dieser Umstand ein paar Kompromisse in sich birgt.

      • andreashenke

        Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

        • 17/05/2021

        Noch eine kurze Ergänzung:
        Die kurzen, unteren Wanten greifen ein, wenn sich der Mast nach hinten biegt. Also in Abhängigkeit der Zugkraft an der Großschot, weil erst diese den Mast “biegt”..D h., bei achterlichen Winden kann man das Thema abhaken.
        Wenn das Fall am Flaschenzug auf Block gezogen wird, könnte das Groß in der Mastnut nach unten gerutscht sein, oder der Einstellbereich ist zu gering.
        Der Knoten bringt m.E. nichts, weil jeder Kat gering andere Toleranzen hat und sich jede auf das Fall auswirkt. Es ist auch ein Unterschied, ob ich beim Bugspriet das frühere 45er oder daa neue 60er Rohr habe.
        Zuviel Spannung am Fockfall gibt es eigentlich nicht, es wird durchgesetzt, bis das Segel völlig glatt am Vorliek bzw. in der Nut steht. Bei Vorwindkursen kann man das Segel weicher fahren.

    • gottfried pfeifer

      Re: Wanten lose – Flaschenzug Fock voll gespannt

      • 24/05/2021

      hallo,
      ich verfolge dieses thema schon seit längerem.
      andreas hat es auf dem punkt gebracht, die toleranzen!
      mein hurrican ist erst 2 jahre alt, eher wenig gesegelt, trotzdem hat der mast an den steckverbindungen enormes spiel. bei einer heurigen einhand kenterung bei recht hohem tempo und dadurch verursachtem abruptem stop (windböen über 25 kn) hat es wiedereinmal die mittlere steckverbindung um ca. 15 grad verbogen. ja, sie stellen zwar die sollbruchstellen dar, sind aber meiner meinung nach zu schwach dimensioniert! da ich dieses 50×40 mm aluformrohr (2 mm wandstärke) sowieso wiedereinmal wechseln mußte, montierte ich statt dem
      30 cm langen stück eines mit 50 cm. bei 20 cm in die eine seite eingenietet (orginal 15 cm), verbleiben als steckverbindung noch 30 cm, statt dem ursprünglich serienmäßigen 15 cm. wechselt man an allen 3 steckverbindungen das serienstück gegen eines mit 50 cm länge aus, reduziert sich das mastspiel von selbst auf die hälfte, ohne etwas unterlegen zu müssen! gewichtsmäßig erhöht sich das ganze ca. 0,5 kg. bei gewünschtem stabilitätsgewinn nimmt man zumindest bei der mittleren steckverbindung eine 3 mm wandstärke. mehrteilige masten haben eben zu gunsten des transportes kompromissbedingte nachteile gegenüber durchgehende masten vorzugsweise an festrumpfcats…!

      schöne segelsaison, gottfried