andreashenke

Selbstsicherung am HC bei Nutzung eines Durchkenterschutzes

  • 28.12.2020
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Hallo zusammen,

ich hatte es zwar kürzlich in einer Antwort erwähnt, denke aber, dass der sicher nicht ganz unwichtige Tipp für all diejenigen, die einen Durchkenterschutz am Masttop verwenden, noch einmal explizit erwähnt werden sollte und damit hier auch besser auffindbar ist:

Vor 2 Wochen sprach ich mit dem Ex-Weltmeister auf dem Hobie 16. Er empfahl mir, die Sicherung zum Kat (wegen des wirklich schnellen Abtreibens bei Kenterung auf die Seite) mittels eines großen Karabiners (Bergsport ist ideal) zur Großschot herzustellen. So werde ich an deren Ende einen ca. 50er Edelstahlring einbinden und mich dann dort mit der Verbindung zur Schwimmweste einklicken. Hier verwende ich übrigens eine von HIKO mit Sicherheitsverschluss, um mich selbst in einem kritischsten Moment aushängen zu können. Der Kat legt sich bei 4 oder 5 Bft doch recht sanft und kontrolliert auf die Seite, so dass alles Folgende nicht im Stress beginnen muss.

Nicht immer einfach ist es, die Kenterleine – meist um den Mastfuß gebunden – über den oberen Rumpf zu geben, wo man sie benötigt. Zudem ist der Angriffspunkt nicht ganz optimal, weil es vorteilhafter ist, den HC etwas schräg bzw. mit dem Bug zuerst hochzuziehen. Deshalb habe ich 2 Kenterleinen und diese an der Öse der Wanten befestigt. Damit wandert der Angriffspunkt nach hinten.

Es gab bei der Regatta 2018 ein Ereignis, welches die Nachteile von Automatikwesten bei einer Durchkenterung offenbarte, als ein Segelfreund bei der Kenterung unter das Trampolin geriet, die Weste auslöste und der Auftrieb ihn nach oben drückte, dass er sich nicht selbst befreien konnte.
Wer ohne Durchkenterschutz segelt: Hände weg davon.
Wer mit einem segelt, kann auf diese Rettungswesten oder die aufblasenden Kragen (Vorteil das Überwasser halten des Kopfes) zurückgreifen.

Die Meinungen zum Durchkenterschutz gehen auseinander. Der Einhandsegler ist mit diesem gut beraten, denn das Aufrichten geschieht eben nicht unter Laborbedingungen, Fehlversuche kosten Kraft und machen wirklich keinen Spaß. Zu weit geht das alles einfacher. Zudem muss man an das Equipment wie Motor denken.

Kommt gut ins neue Jahr, bleibt gesund und dann sieht man sich wieder auf dem Wasser.

Viele Grüße Andreas