andreashenke

Segelbekleidung, Erfahrungen und Tipps

  • 08.02.2020
  • 0

Hallo HappyCat-Gemeinde,

immer wieder findet man hier und da Anregungen zur richtigen Bekleidung. So unterschiedlich wie die Bedürfnisse sind, sind die Erfahrungswerte. Nachdem nun auch die beiden Grabners sagten, dass sie immer wieder mit diversen Fragen konfrontiert werden und ich nicht unbedingt wenig Erfahrungen gesammelt habe, möchte ich den Versuch wagen, diese etwas zusammen zu fassen und einige Tipps zu geben.

Trockenanzüge: Sind in der Regel nicht billig, wenn sie gut sind und sie eignen sich auf jeden Fall für kenterfreudige Segler und die, die auch noch bei Sonneneinstrahlung mit dem Mikroklima zurecht kommen. Keine Frage, wenn es richtig zur Sache geht und es nicht warm ist, stehen sie in der Liste vorn.

Neoprenanzüge: Das Segeln ist eigentlich nicht das richtige Einsatzsatzgebiet. Wer einen etwas dickeren Anzug verwendet, bekommt schnell das Bedürfnis, wieder mal ins Wasser zu müssen. Ist er zu dünn, kühlt er durch den Wind eher aus und insbesondere spürt man das bei den Füßen. Da habe ich nie die richtig gute Lösung gefunden. Alles was feucht ist auf warmer Haut, bewirkt Verdunstungskälte. Hinzu kommt, dass er bei Sonne noch unangenehmer sein kann als ein Trockenanzug.

Alles optimal lösen ist ohnehin nicht möglich, also dürfen Kompromisse bleiben und ich hab folgenden Weg eingeschlagen:
Ich nutze Trockenhosen. Diese gibt es praktisch nicht im Handel, sondern in diversen Shops für Kajakfahrer. Hersteller sind Kokotat und Palm. Letztere haben eine bessere Verarbeitung der Füßlinge mit doppelt getapten Nähten (wichtig). Diese Hosen sind wasserdicht, gleichen Trockenanzügen und haben eben Füßlinge dran. Sie reichen weit über die Taille bis zur Brust und lassen sich mit Kletttechnik gut und fast dicht am Körper anlegen und fixieren. Ergänzt wird das bei mir durch ein Neopren-Shirt (zur „Wärmung“ bei Kenterung, je nach Temperatur mit einem Fliesshirt und darüber eine Jacke. Auch hier eignen sich die Paddeljacken von Palm. Sie können mit den Hosen ineinander lappen, lassen sich an den Handgelenken und am Hals zukletten. Sie tragen sich wesentlich angenehmer als die Gummimanschetten der Trockenanzüge. Fällt man doch einmal in den Bach, könnte schon etwas Wasser eindringen, aber in vertretbaren Umfang. Kajakfahrer sind schließlich auch nicht davor gefeit.

Der wesentliche Vorteil der Kombination besteht in der Flexibilität mit dem Oberteil, denn dort wird es eher unangenehm. Ich habe 2 oder 3 Schichten und kann mich besser an die Gegebenheiten anpassen. In der Trockenhose hält man es lange aus.

Im Sommer nutze ich übrigens eine kurze Neoprenhose von Hiko(ca. 40 EUR). Diese kommt ebenfalls aus dem Kajakbereich und ist dafür geschnitten. Zudem ist die Sitzauflage verstärkt und nicht rutschend ausgeführt. Sie trage ich auch unter der Trockenhose, dann bleibt die Kühle wirklich draußen.

Mancher wird feststellen, dass es fast immer um Kajakbekleidung geht. Doch die Sitzposition auf dem HappyCat ist der des Kajakfahrers auch viel ähnlicher als der eines Yachtenseglers.

Letzter Tipp: Vaude bietet separate Kapuzen an (Rose-Bikes 29 EUR), diese waren für Radfahrer gedacht. Sie sind genial, leicht, lassen sich vorn kletten und sonst noch einstellen. Der Halsbereich reicht bis fast zur Schulter und überlappt damit den dicht schließenden Bund der z.B. Palm-Jacke.
Gibt es wirklich mal einen Wasserschwall und trifft er Gesicht und Kapuze, läuft das Wasser über die Schultern ab. Bei anderen Jacken steht es in der Kapuze und wandert nach innen …

Die Saison kann kommen.
Grüße an alle, Andreas