gummiente

Kentertraining

  • 01.09.2013
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Hallo Leute,
wollte mal etwas für unsere Sicherheit tun. Der HCV liegt super stabil im Wasser und dennoch kann es einen umhauhen. Hierbei zeigen sich einige Probleme die man im Vorwege Lösen sollte oder auch wissen muss.Sehr wichtig finde ich ist ,dass man weiß,dass der Cat durchkenter, bedeutet der Mast zeigt nach unten.Solange man am Boot bleibt, hat man eine hervorragende Rettungsinsel.Möchte man allerdings den Cat aufrichten zeigen sich einige Probleme.

Die erste Frage lautet:habe ich eine Aufrichtleine am Mastfuß angebracht?( bei mir fehlte diese z.B. bei der ersten Tour.)!!

Die zweite Frage lautet: Ist die Aufrichtleine dick genug.Zu dünne Leinen Schneiden ein.( Meine hat jetzt12mm Durchmesser und ist angenehm.

Reicht mein persönliches Körpergewicht um den durchgekennterten Cat aufzurichten?(Meins reicht nicht mit 70 KG )

Wenn der Mast im Grund steckt und dies kann bei 6 Meter nach unten schon mal sein hat man ein echtes Problem.

Wie komme ich wieder an Bord meines Cats.

Segeln ist das eine aber Safty-Übungen müssen sein. ( Bin Küstenbewohner und daher vorbelastet, auch beruflich)

Also den habe ich meinen Cat an einem super Tag mal umgeworfen und geschaut was passiert. Dabei habe ich das Vollaufen des Mastes festgestellt und somit das durchkentern.Als Schwimmer ist der Cat ganz schön hoch.(Siehe Foto).

Somit habe ich mir von Grabner die Kenntersicherung für den Mast letztes Jahr bestellt.Sie ist nicht ganz günstig aber ihr Geld wert.

Dies Jahr habe ich wieder eine Safty-Übung bei Windstärke 6 durchgeführt. Nach dem ich meinen Cat umgeschmissen hatte waren wir wieder in 4 Minuten an Bord und hätten weitersegeln können. Ohne die Kenntersicherung am Mast hätte ich wesentlich länger kämpfen müssen oder den Cat gar nicht aufrichten können.

Wenn der Cat wieder richtig schwimmt, unbedingt von vorne über die Schwimmerspitzen aufsteigen, nicht von hinten, dass schafft man sowieso kaum und zweitens wirkt man als Ruder und der Cat geht mit einen ab. Speed ist zwar klase aber bitte im richtigen Moment!

Wichtig ist, dass man bei der Kenterung nicht den Kontakt zum Boot verliert.Daher habe ich noch zwei leinen seitlich am Rumpf laufen die man greifen kann wenn man außenbords geht.Versucht es mal neben den HCV zu schwimmen und Halt an den Rümpfen zu bekommen.

Wir hatten dieses Jahr eine reale Kenterung auf dem Plöner See und konnten dank unserer seitlichen Leinen den Kontakt bei starkem Wind zum gekenterten HCV halten.

Ich werde einen kleinen Film von der Safty-Übung Grabner sports im September zukommen lassen, dann seht Ihr besser was ich meine.

Mit der Kentersicherung am Mast fühlen wir uns sehr sicher und segln auch wenn die meisten sich nicht mehr trauen. Bedeutet Wind 5-6 und kurze Wellen. Da bleiben die meisten an Land weiß gar nicht warum.

  • sascha_schubi

    Re:Kentertraining

    • 13/08/2013

    Moin Gummiente,

    iIch konnte kein Bild ansehen! An dem Video oder an der Bilderserie wäre ich interessiert.

    Ich habe mir einen Luftball an den Mast gehängt (2€). Bin auch gerne bei sehr viel Wind unterwegs und noch nie gekentert. Der Ball am Mast gibt mir aber das Gefühl, dass ich den HCV wieder aufgerichtet bekäme, würde ich kentern.
    Gruß vom Zwischenahner Meer

    • gummiente

      Re:Kentertraining

      • 01/09/2013

      Hallo Sascha,
      ja Du hast recht, Bild wurde nicht hochgeladen und Video fehlt auch. Ich war gerade mit dem HCV auf der Ostsee unterwegs. Daher habe ich nicht bemerkt, das es technische Probleme gab. Bild war wohl zu groß. Das mit dem sicheren Gefühl kenne ich, geht mir genau so. Bin noch nicht wirklich in der Situation gewesen, dass ich sagen musste nun wird es brennzlig.Selbst jetzt auf der Ostsee lag unser HCV sehr gut und das bei teilweise Windstärke 5-6. Werde heute versuchen das Video zu laden. Wenn das mit dem Ball funktioniert ist es doch OK , hast Du Deinen Cat den schon einmal umgeworfen um zu sehen ob der Ball das Durchkentern verhindert?

  • jubby

    Re:Kentertraining

    • 19/08/2013

    Hallo Segelfreunde,

    ich habe mir zum Ende der vergangenen Saison einen HappyCat Vision gebraucht gekauft, der jetzt 3 Wochen lang am Ossiacher See in Kärnten so richtig zu Einsatz kam. Auf dem See gab es noch einen weitern HCV (hab die Segler leider nicht getroffen) und einen Feldkamp K100 aus dem Stuttgarter Raum.

    Bei den vorherrschenden Rekordtemperaturen, habe ich nicht viel Wind erwartet. Diese Erwartung wurde zumeist erfüllt. Aber es gab an 4 Tagen richtig Wind um 5Bft, mit heftigen Böen, für jeweils 1,5 Stunden. Wie stark und wann es auf dem Ossiacher See Wind gab, war nie absehbar. Man denkt man sei gemütlich auf einer Kaffeefahrt unterwegs und dann geht innerhalb von wenigen Minuten die Post ab. Es blieb dann kaum noch Zeit, alles wasserfest zu verpacken und sich die Schwimmweste über zu ziehen, bevor es hackte.

    Beim ersten richtigen Wind wäre ich vermutlich mangels Erfahrungen mit dem Boot, sofort vom Wasser gegangen. Aber zum Glück hatte ich einen erfahrenen Jollensegler dabei. Zu zweit war der Kat gut beherrschbar und ich konnte sehr viel über die Grenzen des Bootes erfahren.

    Der HCV lief wirklich super. Mein Hauptaugenmerk lag zunächst auf dem Lee-Schwimmer. Um ein Eintauchen zu verhindern, mussten wir bei stärken Böen Druck aus den Segeln nehmen. Als mein Mitsegler an der Pinne war, bekam er das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Als eingefleischter Jollensegler hätte er nie gedacht, dass man mit aufblasbaren Rümpfen, so viel Spaß haben kann.

    Wir sind dabei richtig nass und gut gefordert worden, ohne an die absolute Grenze des HCV zu stoßen. Bei gleichmäßigerem Wind wäre sicherlich noch mehr drin gewesen, aber mit 11kn sprich 20km/h (GPS-Messung) ist man schon wirklich gut unterwegs. Jetzt kann ich mir vorstellen, warum man für den HCV auch ein Trapez kaufen kann.

    Alleine wäre ich nie so weit gegangen das Boot so laufen zu lassen. Denn eine Kenterung, auch bei einer Wassertemperatur von 27Grad, ist bei dem Wind bestimmt nicht wirklich nett. Am folgenden Tag bei Flaute, haben wir dann mal eine Kenterung durchgeführt. Die Erfahrungen vom Vortag hatten gezeigt, dass man durchaus in den Bereich kommen kann, wo das Boot nicht mehr unter allen Umständen beherrschbar ist.

    Ich war sehr erstaunt, wie schnell der Kat durchkentert. Man ist gerade mal wieder aufgetaucht, nachdem man das Boot umgeschmissen hat, schon ist das Segel weg und das Schwert reckt sich in die Luft. Ich hatte eigentlich gedacht, man schwimmt direkt zur Bootsunterseite und schnappt sich das Schwert, um ein Durchkentern zu verhindern. Pustekuchen! Das Segel ist sofort unter dem Boot.

    Dann habe ich (75kg) alleine versucht, mit Hilfe einer Aufrichtleine (10mm) den HCV wieder umzudrehen. Erst passiert lange nichts. Dann kommt das Segel langsam hoch, um sich dann schneller aufzurichten. An diesem Punkt war ich nicht genug auf Zack. Ich hätte mich da schon etwas ran ziehen müssen. Denn dann sinkt man plötzlich in die Horizontale und bekommt keine Chance mehr sich gegen den Druck des Bootes ran zu ziehen.
    (siehe Fotos – mehr unter: http://www.segeln-forum.de/board1-rund-ums-segeln/board2-segelboote/8405-schlauchbootkatamarane/index121.html?highlight=schlauchboot+katamaran)

    Den zweiten Versuch habe ich nach der Hälfte abgebrochen, da mir die Kraft ausging. Zu Zweit war das Aufrichten des Bootes dann kein Problem mehr. Ich denke auch bei entsprechendem Wind und den dazugehörigen Wellen, durch die eine Kenterung möglich sein könnte, wäre das Aufrichten zu Zweit machbar.

    Für mich ist nun klar, dass ich mir vermutlich ein Kenterkissen oder ähnliches an die Mastspitze machen werde, wenn ich alleine unterwegs bin. Denn wenn ich schon bei Flaute und ohne Wellen Probleme bei der Aufrichtung nach dem Durchkentern habe, werde ich bei Wind und Wellen keine Chance haben, auch nicht mit mehrfachem Kentertraining.
    Segelt man zu zweit (Kinder nicht mitgezählt), könnte man darauf verzichten, wenn das Wasser zum Durchkentern tief genug ist.

    Absolutes Muss ist auch eine Schwimm- oder Regattaweste für jeden Mitsegler, die bei entsprechendem Wind und Wellengang anzulegen ist. Eine Aufrichtleine habe ich mir direkt nach dem Kauf zugelegt und ist auch immer an Board.

    Respekt vor den Naturgewalten ist mit Sicherheit ein wichtiger Punkt beim Segeln. Wenn man vom Wind über den See gejagt wird, alles super läuft und einem das Wasser um die Ohren spritzt, ist das einfach nur ein Superspaß.
    Sollte man dabei das Gefühlt bekommen, trotz Erfahrung und guter Vorbereitung ängstlich zu werden, ist spätestens dann der Zeitpunkt gekommen, das Wasser zu verlassen. Denn dann hört der Spaß auf und der Stress fängt an.
    Viel Spaß beim Segeln.

    jubby

    Segeln ist kein Hallensport!

    • E.B. Keisinger

      Re:Kentertraining

      • 20/08/2013

      Hallo Gummiente und alle HCSegler,

      Maßnahmen nach der Kenterung:
      Da eine Wind- oder auch Unachtsamkeit bedingte Kenterung nicht vorhersagbar ist, sollte jederSegler in der Regel eine
      Rettungsweste tragen!! .. und eine Aufrichtleine im Voraus in Abständen mit Knoten, und/oder auch Schlaufen versehen sollte immer einsatzbereit sein, auf dass der nicht so ganz sportliche Segler sich nach dem Aufrichten, (oder aus anderem Gründen über Bord gegangen zu sein) ggf. damit wieder an Bord hieven kann.

      Dass ein relativ steifes Kunststoffgroßsegel flach auf dem Wasser schwimmt, sich darauf Pfützen bilden, die ein Aufrichten sehr erschweren, musste ich auch erst lernen. Man findet aber bald heraus, dass der letzte Akt des Aufrichtens vom hinteren Drittel des Schwimmkörpers wesentlich leichter gestaltet wird, weil durch die Gewichtsverlagerung so der angehobene Bugbereich dazu beiträgt, dass die Wasserpfützen aus dem Großsegel ausgeschüttet werden.

      Bei lebhaften Windbedingungen ist Geschwindigkeit, wieder an Bord die Kontrolle zu übernehmen, das A + O.
      Auf dass der Kat nicht gleich wieder kentert, bevor man überhaupt an Bord gelangt, sollte man den Katamaran nach der Kenterung versuchen in den Wind von vorn ausrichten. Die bereits gelösten Schots verhindern dabei, dass der Wind nach dem Aufrichten gleich in die Segel greift und den Cat wieder umschmeißt. Anders, als bei kontollierten Übungen unter Leichtwindbedingungen, wird der Segler kaum Zeit haben, sich über den Bug wieder an Bord zu begeben. Er sollte das nach Möglichkeit über den Luvschwimmkörper machen, um so mit seinem Gewicht dafür zu sorgen, dass der Hebelwirkung des Windes begegnet und eine erneute Kenterung verhindert wird.

      Übrigens, wer sportlich segelt und häufig auch under Starkwindbedingungen, sollte sich überlegen, ob er die Mastelemente nicht mit Auftriebsmaterial versieht. Das verhindert zwar nicht ein Abtauchen des Masts, erleichtert aber das Aufrichten nach einer Kenterung.

      Na dann, viel Freude für den Rest der Segelsaison
      Eddie

  • gummiente

    Re:Kentertraining

    • 01/09/2013

    Hallo Leute,

    besonders sascha, das Video ist online bei You tube (“happy cat vision” “Kenterübung”) Man muss etwas blättern, dann findet man das Video..

    Viel Vergnügen