volkerja

Hurricane

  • 15.02.2021
  • 8

Hallo Segelfreunde!
wir, beide Mitte 60-zig, möchten uns den Hurricane im Wohnmobil mitnehmen um u.a. die Inselwelt im Mittelmeer zu erkunden; sprich rund z. B. Ibiza, Menorca, Mallorca, Sardinien, Korsika. etc..
Aber auch entlang der Küste Andalusiens bis hin zur Ilha da Culatra.
Wir möchten mit Zelt und Verpflegung von Bucht zu Bucht, hauptsächliche ruhige, oder nur vom Wasser aus erreichbare Strände oder kleinere Buchten mit der Möglichkeit an Land zu gehen ansteuern.
Angedacht ist kentersicher! nicht mit Vollzeug unterwegs zu sein. Schön entspannt!!
Wir dachten daran nur mit einer etwas größeren Rollgenua ohne Groß zu segeln.
Bei etwaigem Starkwind oder stärkeren Böen wollen wir diese durch Aufrollen entsprechend verkleinern.
Sie soll bei raumen- und halben Winden gut arbeiten und der Wendewinkel nicht zu groß sein, also hart am Wind auch noch befriedigend arbeiten.
Wenn wir ein nicht zu langes Unterliek haben wollen ginge dann auch eine Toptakelung?
Welche Segelgröße würdet ihr empfehlen um nicht zu langsam aber mit hoher Kentersicherheit unterwegs sein
zu können. Und wie läßt sich ein “Hurricane” nur mit der Genua segeln??
Uns reicht ein Dacron Segel.
Gruß Mobilius

    • andreashenke

      Re: Hurricane

      • 15/02/2021

      Hallo Mobilius,

      ich werde als auch knapp Mitte 60 versuchen, dir zu antworten.
      Verstehen kann ich dich, denn für euch ist die Reise selbst das Wichtigste und du kannst mit den Nachteilen, des nicht mehr zügigen Vorankommens gut leben und willst Kentersicherheit.
      Grundsätzlich: den Hurricane kann man mit sowohl mit Groß als auch der Fock allein segeln. Nicht ganz optimal ist es, bei der Wende durch den Wind zu kommen. Mit der Fock allein bin ich erst einmal gesegelt und da galt es bei plötzlichem Sturm auf dem Bodensee nur noch ans Ufer zu kommen. Sonst kannst du damit nicht wirklich segeln und brauchst mind. 4 Bft. Verwendest du eine Genua, steht nicht nur die Frage der Größe, sondern die der Holepunkte. Du müsstest wie früher beim Racing oder jetzt beim Gennaker auf den seitlichen Rahmen gehen und wie du schon schreibst, Dacron verwenden, denn das Segel musst du richtig straff durchsetzen können. Jedoch wirst du den Nachteil erleben, dass der Segeldruckpunkt nach vorn wandert und er nicht mehr ausgewogen am Boot existiert und je mehr Druck du dort hast, desto mehr wirst du am Heck Gegenruder geben müssen. Fazit: du fährst nicht effektiv.
      Ich verwende u.a. ein mit 6 m² kleineres Großsegel zur Normal-Fock. Damit bist du zuzweit bei 4 oder auch 5 Bft auf der recht sicheren Seite. Grabner bietet auch ein Starkwind-Set mit 4,5 bzw. 2 m² an. Wenn du dieses oder auch nur das kleinere Großsegel zu einer Genua mit 5-6m² verwendest, kannst du schon recht gut variieren. Du kannst mit rd. 10 m², mit 8 m² (kleines Groß und Originalfock, mit 6,5 m² (Starkwind-set) oder mit der Genua allein fahren. Zudem hast du den Vorteil, dass die relativ kleinen Segel noch gut verstauen kannst, denn sie haben keinen so empfindlichen Folienanteil.
      Ich würde die Genua auf dem Fockroller wie den Gennaker platzieren. Dann hast du immer 2 Vorsegel zur Hand und ich denke, das ist besser, als die Genau teilweise aufgerollt bzw. verkleinert zu fahren. Das Material leidet doch ziemlich stark darunter.
      Wenn ich auf der Adria oder der Ostsee größere Strecken oder Etappen segle, dann habe ich auch immer das kleinere Groß dabei. Es ist dann reichlich egal, ob man 14-15 oder 17-18 km/h segelt.
      Berichte doch einmal, wie du dich entscheidest.

      Viele Grüße Andreas

    • volkerja

      Re: Hurricane

      • 17/02/2021

      Hallo Andreas,

      vielen Dank für Deine Antwort!

      Es ist nicht unbedingt der unterwegs auftretende Starkwind, der uns Sorgen macht, da kann man ja durch rechtzeitiges Reffen die Kentergefahr mindern, sondern vielmehr die auftretenden Böen.
      Wenn wir zurückdenken war es früher eher so, daß man z. B. Bft. 2-3 in Böen 4 hatte; heute sieht das oft dann so aus: Bft. 2-3 in Böen 5-6 !!
      Oft weiß man unterwegs garnicht mehr so genau wieviel Tuch man setzen soll um bei plötzlichen ‘harten’ Böen auf
      der sicheren Seite zu sein!
      Da wir ja altersbedingt nicht mehr so beweglich und fit sind wollen wir unter allen Umständen eine Kenterung verhindern.
      Zumal, revierbedingt, z. B. auf dem Mittelmeer auch öfter schon mal wenig bis gar kein Wind vorherrscht gedenken wir einen kleinen 4-Takt AB mit 2,5 PS uns ans Boot zu hängen.
      Nebst Treibstoff, Gepäck und Verpflegung für mehrere Tage kommt da schon einiges zusammen. Damit möchten
      wir nicht kentern!
      Deine Idee mit dem 6 m2 Groß werden wir übernehmen. Am besten noch als Pinhead und nicht Squaretop.
      Gut wäre es, wenn dann das Unterliek noch etwas höher käme, damit wir auf den längeren Touren bei gleißender
      Sonne und gesetztem Groß darunter noch einen Sonnenschutz installieren können.
      Auch die Sitze würden wir achtern in Fahrtrichtung installieren wollen; aber das ist eine andere ‘Geschichte’.

      Das 6 m2 groß werden wir mit der kleinen 2 m2 Fock kombinieren und hoffen so auf der ‘sicheren Seite’ zu sein.
      Für raume Kurse und auch speziell für wenig Wind dachten wir an einen zusätzlichen “Roll-Booster” mit 8,5 m2,
      den “Grabner” anbietet.

      Die Besegelung mit 8 m2 für den ‘Normalfall’ reichen uns aus; wir wollen nicht rasen, sondern stressfrei reisen.

      Gruß
      Volker

      • andreashenke

        Re: Hurricane

        • 17/02/2021

        Hallo Volker,

        Du hast natürlich Recht, mit diesem Gepäcke muss eine Kenterung vermieden werden. Ich hab´s letztes Jahr gesehen, da kommt für ein paar Tage schon einiges zusammen ….
        Noch zwei Hinweise: Das kleinere Groß ist etwa einen 3/4 Meter kürzer, du kannst also die Höhe des Unterlieks gut bestimmen.
        Einen Benziner hatte ich mir auch für größere Touren gekauft, mit einem E-Flautenschieber ist das nichts. Ich kann dir aus meinen und den Erfahrungen anderer den Mercury mit 3,5 PS MLH (Langschaft) empfehlen. Er wiegt nur 2 kg mehr als kleinere, ist ruhiger und das eine PS macht sich deutlich bemerkbar.
        Zudem fährst du den Motor mit weniger Gas für gleichen Vortrieb und mit einer Tankfüllung (1l) bin ich bei Viertelgas und 11-12 km/h nach 16 km mit einem Rest im Tank angekommen. Ich denke, 18 km schafft er.
        Zur Motorhalterung: Nimm unbedingt die lange! Mit der kurzen hast du deutliche Einschränkungen im Steuerausschlag, egal ob der Motor angekippt oder im Wasser ist. Die 2. Heckstrebe (bei langer Motorhalterung ein Muss) und das Hecknetz hast du? Sehr praktisch für Tourenfahrer.
        Die etwas größere Hecklastigkeit kannst du beim Hurricane absolut vernachlässigen, auch weil du vorn genug Ballast haben wirst.

        Viel Spaß bei den Vorbereitungen 👍

        VG Andreas

      • andreashenke

        Re: Hurricane

        • 17/02/2021

        Hallo Volker,

        einen Punkt habe ich vergessen:
        Der Booster wäre das Richtige für dich. Aber denke bitte daran, dass dessen Schot zum Fahren aus der Hand ausgelegt ist.
        Das habe ich geändert! Als Einhandsegler bräuchtest du eine 3. Hand und den Vorschoter ständig dort “anzuseilen” geht überhaupt nicht. Ich habe die beiden Ratschenblöcke an den vorderen Eckpunkten des Rahmens (da gibt es ein Loch) mit 6er Schrauben beweglich angebracht und ca. 15 cm zurückgesetzt auf den seitlichen Rahmenteilen kleine Servocleats mit Frontbügel (Größe 11 bis 7er Seil) aufgeschraubt. So fahre ich schon seit Jahren und das passt.
        Die Schot ist lang genug, sie liegt dir nicht im Fußbereich quer übers Trampolin und sie lässt sich gut bedienen.

        VG Andreas

    • volkerja

      Re: Hurricane

      • 19/02/2021

      Hallo Andreas,

      vielen Dank für den Motortipp.
      Klar, nur zwei Kilo Gewicht mehr für 1 weiteres PS macht Sinn!
      Wenn der Motor die gute Reputation hat werden wir diesen kaufen. Nebst langer Motorhalterung!
      Das kleine Groß ist ein tatsächlich ein “Pinhead” wie ich auf Youtube in einem Film sehen konnte.
      Den “Booster” regelt meine Vorschoterin, Lach.
      Das klappt dann perfekt!
      Nun bleibt nur noch zu hoffen, daß 2021 eine gute Saison wird.
      Ab 2022 oder 2023 geht’s dann mit dem Hurricane ‘zur Sache’
      Gruß
      Volker

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    • gottfried pfeifer

      Re: Hurricane

      • 24/05/2021

      hallo mobilius,
      bezüglich deiner frage wegen toptakelung.
      ich segle den hurricane mit einem booster, der aber wesentlich höher über der vorlieköse am mast angeschlagen ist.
      bei 3 bft und straffen durchsetzen des vorlieks wird der mast schon recht strapaziert, welches sich durch unschöne seitenbiegung bemerkbar macht. besser ist es wenn der booster auf der vorlieköse (wie von grabner vorgesehen) angeschlagen bleibt, welche sich nur geringfügig über den fixpunkten der oberwanten befindet.
      ich benutze zwar selbst einen rollgennaker in toptakelung, wobei ich für die maststabilisierung ein 3. wantenpaar am top montieren mußte. da die fläche recht hoch ist, würde das der mast ansonsten nicht schaffen.
      bei einer genua, die ja wie eine fock, recht hohe vorliekspannung verlangt, um höhe zu segeln, würde der mast ohne topwanten, bzw. achterstag zu sehr belastet werden, wobei sich die steckverbinder als zu schwach erweisen würden, welche bei böen oder kenterung sich verbiegen oder gar zu bruch gehen. ich sprich aus erfahrung!

      schöne grüße
      gottfried

      • volkerja

        Re: Hurricane

        • 01/08/2021

        Moin Gottfried,
        ‘habe gerade erst Deinen Beitrag entdeckt.
        Vielen Dank für die Information!
        Gruß
        Volker

    • gottfried pfeifer

      Re: Hurricane

      • 24/05/2021

      hallo mobilius,
      ich muß mich korrigieren, ich meine natürlich die vorstagöse! nicht vorlieköse…

      gruß gottfried