padmos

Happy Cat Vision, die Rennmaschine

  • 01.05.2011
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Wallsee. Haag. 30. April 2011.

Ein Gewittersturm zieht vorbei.
An Segeln ist nicht zu denken – der Mast würde auf dem Donaualtarm wie eine lange Antenne wirken.

Nachdem es aufgehört hat zu regnen, schlendere ich nach vierstündiger Fahrt vom Allgäu nach Österreich an den Steg.

Dort liegt er.

Der Vision.

Mein Blick wandert hoch zum Rigg.
Und zurück zur Ruderanlage.

Ich knie nieder und begreife, dass der zerlegbare Katamaran von Grabner in seiner “Regattaversion” (es gibt ja auch die entschärfte Variante als “Light”) vom Bugspriet über die Schwimmer bis zum Heck verspannt wird mit zwei durchgehenden, kräftigen Drahtseilen.

Das Segel.
Mein lieber Mann.
Die Surfsegel von GAASTRA sind nicht besser geschnitten.

Meine Geschichte:

Optimist.
Laser.
Delanta 80.
Jeanneau Attalia (9,20m).
Amel Santorin (Zweimaster).
Verschiedene Yachten von Bénéteau (39 und 21 Fuss).
Das eine oder andere Schlauchboot bzw. Rib ;-)…
Topcat.
Laser 16.
Smartcat.
Variocat.
Hobie 14 und 16.

Man mag fragen: Ist das wichtig?

Ja ist es.

Ohne Vergleich bleiben immer Zweifel an der Objektivität.

Ich kenne nicht jedes Segelschiff, nur einige wenige, die ich eine Zeit lang segeln durfte.

Aber ich weiss, wie ein halbwegs stabiles Boot aussehen muss.
Auf einem “Teich” wie dem Donaualtarm herrschen keine realen Bedingungen.

In atlantischen Gewässern und am Mittelmeer hingegen schon.

Besteht überhaupt die Möglichkeit, einen zusammenlegbaren Katamaran zu konstruieren, um auch dort zu segeln?

An sich hat Philip Benda die Antwort schon in Thailand gefunden.

Und ich gestern.

Ganz frech habe ich mir erlaubt, die Ruderanlage zu demontieren, nur um zu sehen, wie stabil sie gebaut ist.

Unverschämt habe ich am Oberwant mit meinen 70 kg und mit voller Kraft gezerrt, um festzustellen, ob das Rigg widerstandsfähig erscheint.

Biegt sich der Mast?
Reisse ich ihn aus der Halterung?

Alles Unfug.

Die Wanten sind doppelt vernietet.
Das gilt für Oberwant und Unterwant, wobei letzterer sich erst “streckt”, wenn genügend Druck auf das Segel ausgeübt wird.

Bei weniger als einem halben Beaufort bin ich schließlich “losgesegelt”.

DAS, sind keine realen Bedingungen.

Aber es genügte, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Ich denke das Boot eignet sich durchaus, härtere Anforderungen zu erfüllen, obwohl man dem Happy Cat “Light” bisher vorwiegend die Eignung für Leichtwindkurse zuschrieb.

Der Vision bewegt sich aber eindeutig in einer völlig anderen Kategorie.

Das Rigg macht einen soliden Eindruck.

Die Rollreffanlage, Schwertniederholer und Ruderanlage funktionieren ohne jeden Fehl und Tadel.

Der “Traveller” ist einfach. Aber effizient.

Beim Segel handelt es sich um einen wunderschönen Schnitt in Folie.

Bugspriet und Querholm lassen das Boot steif wirken.

Und ich wage zu behaupten, dass die maximale Belastbarkeit des Bootes mit 5 Bft. von Grabner zurückhaltend angegeben wurde – klar – wenn 6 Bft. im Katalog stünden, versucht jeder die Grenzen des Schiffes bis 7 Bft. auszureizen.

Mich spricht das nicht sonderlich an.

Ich glaube, dass das Boot ab 2 – 3 Bft. jedem Skipper ein Lächeln ins Gesicht zaubern muss.

Es war erstaunlich, wie das Schiff gestern bei derart miserablen Windverhältnissen auf kleinste “Böen” angesprungen ist – wie ein junger Gaul, der sofot losrennen möchte.

Ich habe jetzt schon Mitleid mit meinem Konto und beglückwünsche jeden, der ihn schon sein Eigen nennen darf.
Damit das niemand falsch versteht: Ich halte den Preis für absolut fair.
Und wer den Happy Cat Vision bei Grabner noch nicht bestellt hat, verliert unnötig viel Zeit auf dem Festland.

Fortsetzung folgt.

Padmos