Segelanleitung

DIE KURSE ZUM WIND:

Es gibt 5 verschiedene Kurse, wovon 4 gefahren werden können und 1 Kurs unerreichbar ist.

  • im Wind - der Wind kommt direkt von vorne (dieser Kurs kann nicht gefahren werden - er ist die Bremse beim Segeln)
  • am Wind - der Wind kommt schräg von vorne
  • halber Wind - der Wind kommt von der Seite
  • raumer Wind - der Wind kommt schräg von hinten
  • vorm Wind - der Wind kommt direkt von hinten

RICHTUNGSÄNDERUNGEN

  • Bei einer Richtungsänderung werden Ruder- und Segelstellung verändert.
  • Anluven - den Bug zum Wind, also nach Luv drehen. Dabei wird die Ruderpinne zum Großbaum gelegt und die Schoten angeholt.
  • Abfallen - den Bug weg vom Wind, also nach Lee drehen. Hierbei wird die Ruderpinne vom Großbaum weggedrückt und die Schoten gefiert (nachlassen).

SCHOTFÜHRUNG

  • Nach jeder Kursänderung oder Winddrehung müssen die Segel neu eingestellt werden. Dabei sind 2 verschiedene Einstellungsarten zu beachten.
  • Liegt das Ziel in der Richtung, in die gesegelt wird, so werden die Segel zum Kurs eingestellt. Das heißt, die Schoten fieren bis die Segel zu killen (flattern) beginnen, und dann wieder anholen bis sie gerade nicht mehr killen. Die Einstellung sollte immer wieder kontrolliert werden.
  • Liegt das Ziel in Luv, so muß aufgekreuzt werden. Beim Aufkreuzen werden die Schoten dichtgeholt und der Kurs mit dem Ruder eingestellt. Es wird so lange angeluvt bis die Segel zu killen beginnen und dann wieder abgefallen bis sie gerade nicht mehr killen. Diesen Kurs nennt man "hart am Wind". Beim Aufkreuzen muß zwischen den Schlägen eine "Wende" gefahren werden.

WENDE

  • Die Wende ist ein Drehung des Bootes mit dem Bug durch den Wind. Um Mißverständnisse zu vermeiden, sollten zur Wende Kommandos gegeben werden.
  • Bevor der Steuermann die Wende beginnt, gibt er das Kommando "Klar zur Wende".
  • Nachdem sich der Vorschoter versichert hat, daß keine Hindernisse im Wasser sind und das Manöver eindeutig gefahren werden kann, gibt er als Antwort "Ist klar".
  • Unmittelbar bevor der Steuermann das Ruder Richtung Anluven legt, sagt er "Ree".
  • Der Vorschoter gibt die Fock erst dann über, wenn der Bug eindeutig durch den Wind ist.
  • Sollte das Boot im Wind stehen bleiben, also bei der Wende "verhungern", wird die "Fock back" auf die gegenüberliegende Seite gesetzt, in die der Bug drehen soll.

HALSE

  • Die Halse ist ein Manöver, bei dem das Heck durch den Wind gedreht wird. Auch bei der Halse sollen Kommandos gegeben werden.
  • Vor Beginn des Manövers gibt der Steuermann das Kommando "Klar zur Halse".
  • Wenn keine Hindernisse im Wasser sind antwortet der Vorschoter "Ist klar".
  • Der Steuermann fällt langsam ab und meldet "Fier auf die Schoten". Beide Segel werden so weit gefiert, daß sie gerade nicht killen.
  • Das Boot fällt auf Kurs "vorm Wind" ab bis die Fock fällt.
    ACHTUNG: Jetzt darf das Boot auf keinen Fall weiter gedreht werden, da sonst der Großbaum von alleine auf die andere Seite schlägt (Patenthalse) und jemand verletzt werden kann.
  • Der Steuermann hält das Boot auf Kurs "vorm Wind", holt die Schot dicht und legt den Großbaum auf die andere Seite.
  • Jetzt kommt das Kommando "Rund achtern" als Warnung für die Mannschaft, daß das Manöver weiter gefahren wird.
  • Das Großsegel wird aufgefiert und Stützruder gelegt (kurzer Einschlag vom Ruder gegen die Drehrichtung um auf Kurs zu bleiben).
  • Die Schoten werden angeholt und der neue Kurs gefahren.

KUHWENDE

Die "Kuhwende" kann, bei viel Wind, anstelle der Halse gefahren werden, da die Halse unter Umständen gefährlich sein kann. Dabei wird bei der Wende die eigene Kiellinie durchfahren.

AUFSCHIESSEN

  • Beim Aufschießen wird das Boot in den Wind gestellt, der Wind aus den Segeln genommen und durch die Fahrt abgebremst.
  • Das Aufschießen bewirkt ein Stehenbleiben des Bootes nach einer gewissen Auslaufstrecke.
  • Die Auslaufstrecke ist abhängig vom Gewicht des Bootes, vom Wind, Seegang und Ruderlage.
  • Je schwerer das Boot ist, desto länger ist die Auslaufstrecke.
  • Je stärker der Wind und die Wellen, desto kürzer ist die Auslaufstrecke.
  • Je mehr Rudereinschlag, umso kürzer ist der Auslauf.

AUSWEICHREGELN

Das Ausweichen soll rechtzeitig, deutlich, mit genügend Abstand und nicht vor dem Bug des anderen erfolgen. Das Boot mit Vorrang soll seinen Kurs beibehalten und nur wenn es zu einer Kollision kommen würde ausweichen.

  1. Wenn beide Boote mit verschiedener Segelstellung fahren, hat Backbordschot vor Steuerbordschot Vorrang. Das heißt, das Boot welches seine Segel auf der Backbordseite hat, hat Vorrang.
  2. Wenn beide Boote mit der gleichen Segelstellung fahren, hat Lee vor Luv Vorrang. Das heißt, das Boot welches näher beim Wind ist muß ausweichen.
  3. Beim überholen muß das überholende Boot nach Luv ausweichen.