MOTORBOOT-FAHREN

Während es beim Antrieb "mit Muskelkraft" nur wenige gesetzliche Bestimmungen gibt, ist das beim Betreiben eines Motorbootes anders.

Auch wenn man sich im ersten Moment über die scheinbar übertriebende Bürokratie ärgert, dient letzlich alles der eigenen Sicherheit, dem "friedlichen Zusammenleben" mit anderen Wassersport-Teilnehmern oder Gewässer Anrainern und dem Umweltschutz.

ACHTUNG! AKTUELLSTE INFOS UNBEDINGT BEI DER ZUSTÄNDIGEN ZULASSUNGSBEHÖRDE ERFRAGEN!

Boots-Zulassung

Grundsätzlich müssen alle Boote mit einem Verbrennungsmotor zugelassen werden. Folgende Boote benötigen keine Zulassung:

  • im Ausland zugelassene Boote, die Gewässer für die Dauer von nicht mehr als 3 Monate im Kalenderjahr befahren
  • Ruderboote mit einer Länge des Schiffskörpers bis zu 20 m
  • Segelboote mit einer Länge des Schiffskörpers bis zu 10 m
  • Segelboote ohne Aufbauten und Wohneinrichtungen mit einer Länge des Schiffskörpers bis zu 15 m
  • Motorboote, die ausschließlich mit einem durch Akkumulatoren gespeisten elektrischen Maschinenantrieb mit einer Antriebsleistung von weniger als 4,4 kW ausgestattet sind
  • Rettungs- oder sonstige Beiboote von Fahrzeugen

Konformitätserklärung-Zulassungsurkunde

  • Nach einer Erstüberprüfung oder durch eine CE-Komformitätserklärung (ersetzt die Einzel-Zulassung) wird eine Zulassungsurkunde ausgestellt und das amtliche Kennzeichen zugewiesen.
  • Die Zulassungsurkunde wird nur befristet ausgestellt. Bei der Erstzulassung von Neubooten maximal 10 Jahre.
  • Die Behörde kann die Zulassung bedingt, unter Auflagen und Einschränkungen, insbesonders auf bestimmte Gewässer oder Gewässerteile, auf bestimmte nautische Verhältnisse (höchstzulässige Wellenhöhe und Windstärke) sowie unter Festsetzung bestimmter Verwendungszwecke erteilen.

Vorgeschriebene Ausrüstung

Für Motorboote können je nach Art des Bootes, der Größe und der Motorstärke folgende Ausrüstungsgegenstände bei der Zulassung vorgeschrieben werden:

  • pro Person an Bord eine Rettungsweste
  • ein Rettungsring
  • ein Anker mit ausreichend Ankertrosse
  • Ruder oder Paddel
  • Feuerlöscher Brandklasse A, B und C mit mindestens 2 kg Füllmenge
  • Bordapotheke
  • Bootshaken
  • Ösfaß, Handsöße oder Lenzpumpe
  • Positionslichter
  • Signalmittel
  • Bootsleinen - zum festmachen vom Boot
    (mindestens 6 mm Durchmesser)

 

Positionslichter für Nachtfahrten

Bei Nachtfahrten oder bei schlechter Sicht (Nebel,...) ist das Anbringen und Einschalten von Positionslichtern Pflicht. Am Bug ein weißes Topplicht, auf der Steuerbordseite ein grünes Licht, auf der Backbordseite ein rotes Licht und am Heck ein weißes Licht. Für Boote unter 7 m Bootslänge und die nicht schneller als 10 km/h fahren können genügt ein weißes Rundumlicht.

Empfehlenswerte weitere Ausrüstung

Für Motorbootfahrten mit einem Schlauchboot sollte man außerdem noch dabei haben:

  • Luftpumpe
  • Reparaturset
  • Werkzeug - für Reparaturen am Motor
  • Fender - Schützt das Boot beim Anlegen vor Beschädigungen
    genügend Leinen zum festmachen von Gepäck
  • eine Handlampe und eine rote Flagge zum Geben von Notsignalen