FASZINATION KAUTSCHUK

Vom ersten Vollgummireifen bis zum innovativen Reise-Schlauchboot entwickelte sich Kautschuk vom einfachen Rohstoff zu einem vielseitigen Hochleistungswerkstoff.

Auf seiner zweiten Reise nach Amerika beobachtet 1495 Christoph Kolumbus auf Haiti Eingeborene, die mit einem hüpfenden Ball spielten. Er ist verwundert, denn ein derart elastisches Material hat er noch nie gesehen. Aufzeichnungen machte er sich jedoch nicht. Erst einige Jahre später hält der Spanier Fernando Cortez eine ähnliche Begegnung mit den springenden Bällen schriftlich fest und bringt diese nach Europa. Kautschuk ist auf dem alten Kontinent angekommen.

Es dauert über 500 Jahre, bis sich der Nobelpreisträger Hermann Staudinger dem Kautschuk wissenschaftlich näherte. Seine bahnbrechende Entdeckung: Kautschuk, gewonnen aus dem Milchsaft des Parakautschukbaumes, besteht aus hochmolekularen Kohlenwasserstoffen. Staudingers Entdeckung war grundlegend für die Entwicklung der modernen Kunststoffindustrie. Damals eignete sich Kautschuk besonders zur Herstellung von Hosenbändern, wasserdichten Regenmänteln, Schläuchen und sogar Schuhen. Im 19. Jahrhundert kam dann der Durchbruch: Wissenschaftler entdeckten, dass sich mit Schwefel vernetzter Kautschuk bei bestimmter Hitzeeinwirkung in einen vollkommen neuen Stoff verwandelte – Gummi war geboren. Die Zeit war reif für Weichgummiwaren und Massivbereifungen für Kutschen, Fahrräder und anderem.

Heute besitzt Kautschuk unverwechselbare Eigenschaften. Er ist elastisch und reversibel, abriebfest, thermisch belastbar und umweltfreundlich.
Seine exzellente Kombinierbarkeit mit Gewebe lässt der Kreativität der Werkstoffforschung freien Lauf. Unendlich viele Rezepturen und Mischungsverhältnisse stehen zur Verfügung, um für jede Anwendung einen maßgeschneiderten Werkstoff zu entwickeln:

  • Alle Straßenfahrzeuge fahren mit Reifen aus Kautschuk
  • Luftfedern gestalten die Reise im Zug komfortabel
  • Dämpferlager absorbieren Schwingungen in Fahrzeugen, Maschinen und
  • Windkrafträdern.
  • Antriebsriemen übertragen die Motorkraft auf die Straße
  • Karosserieabdichtungen halten Wind und Wasser vom Innenraum ab
  • Rohstoffe werden leise und umweltfreundlich auf Transportbändern befördert
  • Schnell laufende Drucktücher revolutionieren die Druckbranche
  • Kautschukplanen mit einer Lebensdauer von über 40 Jahren dichten Flachdächer sicher ab
  • Und und und

Last but not least werden aus Kautschuk auch hochwertige Bootsstoffe erzeugt. Mit großartigen Eigenschaften wie hohe Abriebfestigkeit, UV- und Ozonbeständigkeit, Hitze und Kältebeständigkeit, Alterungsbeständigkeit und ein Höchstmaß an Umweltfreundlichkeit ist moderner Kautschuk der ideale nachhaltige Werkstoff der Gegenwart und Zukunft.

=> Kautschuk Werkstoff der Menschheit

Rohstoffe für Kautschuk-Mischungen
Bootshaut:(A)Polyester-Hochfest-Trägergewebe(B)EPDM(C)Butyl Naturkautschuk
Durch Vulkanisation- wird aus Rohkautschuk das fertige Boot

BEGRIFFSERKLÄRUNG:

Kautschuk:
Sammelbegriff für elastische Polymere aus denen Gummi hergestellt wird. Aus tropischen Pflanzen gewonnener Milchsaft, der durch vulkanisieren zu einem zähen und elastischen Werkstoff gemacht wird.


Elastomer
:
Sammelbegriff für elastische, gummiartige Kunststoffe, die sich bei Zug und Druckbelastung verformen, aber danach wieder in ihre ursprüngliche Form zurückgehen.


Gummi
:
Gebräuchlicher Sammelbegriff für Werkstoffe und Fertigprodukte aus vulkanisiertem Kautschuk.


Polymere:
Chemische Verbindungen bei denen viele gleichartige Grundmoleküle miteinander verbunden sind.


Hypalon
:
Handelsname von Du Pont für CSM-Kautschuk.