MAROKKO

Boote: GRABNER OUTSIDE

Bericht + Fotos : Reinhold Müller

Das Land hat eine Fläche von ca. 459.000 km², mit dem annektierten Gebiet der Westsahara ca. 711.00 km². Etwa die Hälfte der rund 34 Millionen Einwohner Marokkos können weder lesen noch schreiben. Staatsreligion ist der Islam.
In der Vergangenheit wurde Marokko sowohl von Franzosen als auch von Spaniern kontrolliert. 1965 wurde es von Frankreich unabhängig. Politisch gehört Marokko zu den gemäßigten Staaten Arabiens und ist um Demokratisierung bemüht.
Im Norden Marokkos erhebt sich hinter dem Küstenstreifen das parallel zur Küste verlaufende Rif-Gebirge. Der Süden des Landes wird maßgeblich von dem Gebirgssystem des Atlas bestimmt. Der Toubkal ist mit 4167 m der höchste Berg Nordafrikas. Noch weiter im Süden und im Osten breitet sich die Wüste Sahara aus. Zwischen Gebirge und Wüste liegen, besonders im Dadès- und Drâa-Tal, die sehenswerten Kasbahs (Wehrburgen der Berberfürsten) sowie die Ksour (Wehrdörfer) die ausschließlich aus Lehm gebaut wurden. An der Atlantikküste liegen die größte Stadt Casablanca und Rabat, eine der vier Königsstädte und Hauptstadt Marokkos. Im Landesinneren gibt eine Reihe historischer Städte mit buntem Treiben wie Fes und Marrakech - ein "Muss" für jeden Marokko-Reisenden.

OUED DRÂA – SEELE DER WÜSTE

Wüstentage liegen hinter uns. Entlang des Dadès reisen wir auf der "Straße der Kasbahs" zwischen Wüste und Hochgebirge gen Südwesten.

Ebenso wie in der Woche zuvor der Ziz, führt auch der Dades Niedrigwasser und präsentiert sich streckenweise eher als Wadi denn als Fluss – unsere beiden Schlauchkanadier „Outside“ warten daher noch immer in den Jetbags des Landy‘s (Toyota Landcruiser) und Schlaf- und Transportanhänger „Tundra“ auf ihren Einsatz.

Im Genießertempo schaukelt unser Gespann entlang der Ostflanke des Hohen Atlas; Berberland, armes Land. Dabei sehen die Kasbahs im Dadès-Tal so malerisch aus. Einst waren sie die Wohnburgen von Berberfürsten, doch die alten Wehrburgen haben durch die Befriedung der Berberstämme ihren Sinn und Zweck verloren. Aus luftgetrockneten Lehmziegeln gebaut, besitzen sie nach außen keine Fenster, Licht kommt durch den Innenhof. Der Zahn der Zeit nagt an den Mauern, bei Regen zerfließen die aus Lehm geformten Ornamente, die Zinnen zerbröckeln, weil Geld für die Erhaltung fehlt. Grundmaterialien dieser festungsähnlichen Bauten sind Lehm, Maisstroh und Palmzweige.

Heiß brennt die Mittagssonne auf die rotbraune Sand- und Steinlandschaft. Am Horizont verlieren sich die Konturen der Berge im Dunst. Auf einer Länge von 25 Kilometern zieht sich die tiefblaue Wasserfläche des Anfang der 1970er Jahre angelegten Stausees  Mansour Eddahbi westwärts.

Ouarzazate, 1928 von der französischen Kolonialverwaltung gegründet und einst Stützpunkt der Fremdenlegion, breitet sich am Seeende aus. Heute beherbergt die Provinzhauptstadt etwa 38.000 Einwohner. Aufgrund ihrer Lage zwischen Atlas und Wüste liegt die Stadt ideal als Ausgangspunkt für Ausflüge in die
grandiosen Landschaften von Hochgebirge und Wüste, zu den Kasbahs und den Ksour (Wehrdörfer) der Umgebung. Kaum sonst irgendwo liegen Mittelalter und Neuzeit so nahe beieinander wie in Marokko.
Der Stausee El Mansour wird wesentlich durch die beiden dem Hohen Atlas entspringenden Flüssen Dades und Imini gespeist. Das abfließende Wasser des Sees wird zum Oued Drâa, dem längsten Fluss Marokkos.
 
In Jahrmillionen hat sich das Wasser durch das Felsengebirge des Djebel Sarhro gefressen und eine eindrucksvolle Schlucht geformt. Auf nahezu 40 Kilometern Länge windet sich der Fluss durch eine unzugängliche und lebensfeindliche Gesteinswelt ehe die Felsen zurücktreten und entlang des Oued Drâa die längste Oase Marokkos ihren Ausgang nimmt.

Wir folgen von Ouarzazate der N9 - die südliche „Straße der Kasbahs“. Das ist zunächst eine Fahrt, abseits des Drâa, durch bizarres Gebirge ohne Vegetation. Am Scheitel des 1660 Meter hohen Passes Tizi-n-Tinififft öffnet sich dann der Blick auf die menschenfeindliche Mondlandschaft des Djebel Sarhro, dessen gestaffelte Bergketten in der Ferne schimmern - je nach Tageszeit von braunviolett bis lavendelblau.
Nach langer, kurvenreicher Fahrt, endlich das Tal des Drâa mit seinem grünen Band aus Palmen und Gärten - ein Paradies im rauen Land der Berber. Am Ufer des Drâa schmiegt sich das Städtchen Agdz in das Grün eines Oasengürtels, der sich zweihundert Kilometer bis an den Rand  der Sahara zieht. Das kleine, aus einer französischen Garnison entstandene Marktstädtchen liegt am Fuß des 1531 m hohen Djebel Kissane. In der Ortsmitte erhebt sich ein Hügel, von dessen Aussichtsterrasse man einen herrlichen Blick auf das Drâa-Tal genießt. Nach der öden Berglandschaft erstaunt das satte Grün der Palmenoase. Auf dem von Arkaden umgebenen Marktplatz findet an Donnerstagen ein großer Souk (Markt) statt.

Im Stadtzentrum von Agdz lockt ein Wegweiser: Camping Kasbah Palmeraie. Zwei Kilometer weiter, in Asslim, umschließt eine Lehmmauer das Gelände, eine Rezeption, Sanitärgebäude, ein Swimmingpool. Dahinter aber eine Wand von Palmen. Es handelt sich um eine noch intakte, bewirtschaftete Palmeraie, in der im vorderen Teil ein Areal für Campingreisende angelegt wurde. 

Palmeraie und Campingplatz sind Teil der etwa 200 Jahre alten Kasbah Caid Ali. In der Kasbah lebt der Sippenvater Sidi Ahmed mit seiner Frau Fatima und zwei seiner Söhne Hassan und Aziz mit deren Familien. Die Kasbah fand Förderer und Sponsoren und wird mit Hilfe eines engagierten Deutschen und seines Vereins sowie angehender Architekten einer deutschen Uni renoviert. Die Söhne verwalten den angegliederten Campingplatz. Der Ryad, das Gästehaus in der Kasbah wurde seiner alten Bestimmung zurückgegeben. Zwei Empfangssalons und acht Gästezimmer bieten eine Unterkunft in orientalisch-exotischen Ambiente. Zwischen der Kasbah Caid Ali und den Oasengärten finden wir  unter Palmen einen hübschen Standplatz. Etwa einen Kilometer nördlich verläuft der Oued Drâa entlang der Oase. Ein Erkundungsgang zum Fluss gibt Aufschluss, der Drâa führt genug Wasser für eine Bootstour mit unseren beiden „Outside“ Luftbooten.

Hassan, von der Leitung des Campingplatzes, spricht Deutsch und empfiehlt uns eine etwa 20 Kilometer lange Bootstour von den Cascades du Drâa bis nach Agdz. Um Boote, Ausrüstung und Mannschaft zum Einsetzpunkt zu transportieren, benötigt man entweder ein zweites Fahrzeug zum Umsetzen oder man ordert ein Taxi. Wir müssen zur zweiten Variante greifen. Anderntags um 10 rollt das Taxi an. Der uralt Peugeot 404 Kombi allein verheißt schon Abenteuer. Mosaikartig die Windschutzscheibe, diagonal ziehen sich Risse durch das Glas. Dann wieder Steineinschläge, die pittoreske, spinnennetzartige Sprünge auf die Frontscheibe zauberten. Rasch ist die Ausrüstung im Fahrzeug  verstaut.
Agdz liegt hinter uns, auf Asphalt zockelt der Diesel auf der N9 bergan. Nach einer viertel Stunde Fahrt eine Hinweistafel aus Stein mit der Aufschrift „Les Cascades de Tizgui, 10 km“. Khalid folgt dem Pfeil und steuert den Kombi auf eine Naturbelagpiste. Das Fahrzeug rumpelt über ausgewachsene Steine, klettert hoch zu einem Bergsattel, um dann um holprige Serpentinen talwärts zu schaukeln, hinunter in das Tal des Oued Drâa. Filigran wie Blätterteig wirken die Gesteinsschichten - der Weg ist vorsichtig hineingekratzt in die schwarzen Sandrippen; er ist dauernd in Gefahr bei starken Regenfällen weggerissen zu werden. Ein schöner Blick öffnet sich auf den Douar Tizgui. Das Dorf liegt an einer Palmenoase im malerischen Flusstal. Ganz in der Nähe zweigt eine Wegspur links ab, die mitten durch ein Fußballfeld verläuft, und zu den Cascades du Drâa führt. Wir lassen sie links liegen - aufgrund der Trockenheit, fließt derzeit ohnehin kein Wasser über die Stufen  – wie Khalid, unser Pilot weis.

Am Ortsbeginn, dort wo sich die flachen Lehmhäuser des Dorfes den Weg entlang ziehen, stoppt unser Chauffeur das Fahrzeug. Binnen Minuten sind wir von gut einem Dutzend Kindern umgeben. Man kommt sich hartherzig vor, wenn man Kindern nichts gibt, die um einen Stift oder ein paar Dirham betteln. Andererseits steigert es nicht gerade die Motivation, wenn bettelnde Kinder mehr Geld nach Hause bringen als der fleißig arbeitende Vater. Unsere Devise ist seit langem, Kinder erhalten Geld und kleine Geschenke nur als Gegenleistung für einen erbrachten Dienst. Helfer für den Transport unseres Equipments, wie Paddel, Schwimmwesten, Helme etc. ans Ufer findet Christine rasch. Die Bewohner des Dorfes sind meist Haratine - dunkelhäutige Nachkommen der Sklaven. Eine halbe Stunde später treiben die beiden „Outside“ auf dem Oued Drâa, dem Fluss ohne Mündung. Nur selten erreicht er den Atlantik, meist versickert er bereits in der Wüste.

Das Wasser wird in der Region Drâa hauptsächlich für die landwirtschaftliche Produktion in den Oasen genutzt. Es dominieren Getreide, Ackerfutterbau und Dattelpalmen. Traditionelle Anbau- und Bewässerungssysteme stehen neben festen Bewässerungskanälen und so genannten Lâchers, bei denen kontrolliert Wasser aus dem Staudamm Mansour Eddahbi in die großen Oasen des Drâa-Tals abgegeben wird. Glück für uns - ohne die Wasserregulierung durch den Staudamm wäre dieser Tage der Pegel für eine Bootstour zu niedrig.

Um uns eine grandiose Szenerie, gewaltige Felsfluchten, mächtige Aufwerfungen die in Jahrmillionen geformte Gesteinsschichten offenbaren.  Dann der Gegensatz - das fast unwirkliche Grün in der Uferregion, Palmen, Tamarisken, rot blühender Oleander. Über uns wölbt sich ein wolkenloser, tiefblauer Himmel. Hin und wieder staffeln sich Siedlungen an den Hängen. Die wunderschönen Dörfer mit ihren rötlichen, würfelförmigen Häusern hängen wie Vogelnester am Steilabfall oder breiten sich hinter einem Palmenhain aus. Am Ufer waschen Frauen die Wäsche, ein Junge führt einen Esel in den Fluss. Mit ruhigen Bewegungen füllt er die  ledernen Wasserbehälter auf dem Rücken des Esels. Eindrücke von fremdartigen Zauber brennen sich in die Seele ein. Der Oued Drâa hat kaum fahrtechnische Schwierigkeiten (WW I), jedoch eine flotte Strömung und spritzige Schwallstrecken, die die Fahrt zu einer Traumtour werden lassen. Immer wieder bildet der Fluss Inseln die die Orientierung erschweren – welcher Flussarm ist befahrbar? Wir legen eine Rast ein. Zwischen Tamarisken und Palmen finden wir einen idyllischen Platz, blühender Oleander säumt das Ufer. Gegen die im Zenith stehende Sonne haben wir uns landestypisch mit Chechs geschützt. 

Wir lassen die Boote treiben. Eine faltige Felsnase vor uns lässt den Drâa die Richtung wechseln, gen Sonnenaufgang – Wüstenwärts. Abweisende Gesteinswelt wechselt mit fruchtbarer Oase. Lange, schmale Parzellen fruchtbaren Ackerlandes dann wieder sattgrüne Palmen von denen man eine süße Köstlichkeit erntet: Datteln.
Vor uns lässt dumpfes Rauschen auf ein Wehr schließen - es muss umtragen werden. Ausbooten am linken Ufer, ein Hirte zieht mit seiner Ziegenherde am Fluss entlang – „salam aleikum“. Eine Landschaft wie ein lebendes Gemälde - biblische Szenerien. Man muss sich einfangen lassen von der Schönheit der Natur, von der Exotik des Orients.

In der Ferne erkennen wir den Gipfel des Djebel Kissane (1531 m), der sich mit seiner ganz eigenwilligen Form über Agdz erhebt. Auf den letzten Kilometern weht uns heißer Wüstenwind entgegen und erschwert das Vorwärtskommen. Er erinnert daran, dass diese riesige Oase an den Rand der unbarmherzigen Sahara stößt. Mit 1.100 Kilometern ist der Drâa der längste Fluss Marokkos. Meist versandet er jedoch bereits südlich von Zagora am Westrand der Sahara. Nur bei Hochwasser erreicht er seine 750 km westlich gelegene Mündung in den Atlantik.

Am Fuße des Djebel Kissane landen wir an. Das Ausmaß der beiden Luftboote ist rasch auf eine kompakte Größe reduziert. Den Transport der Ausrüstung zu unserem Camp übernehmen einige junge Männer aus dem Ksoar Asslim. Besonders für Hannah (5) und Philip (6) ist dies ein bleibendes Erlebnis, zumal nicht nur die beiden Boote auf dem Rücken der Esel transportiert werden, sondern auch Hannah und Philip.

Anderntags um halb sechs, die Dämmerung schleicht sich ganz allmählich heran als  der Muezzin vom nahen Minarett mit „Allahu akbar“ zum Gebet ruft. Helmut und ich stehen auf, um mit den Drahteseln zu starten, ehe die Sonne auf uns niederbrennt. Agdz und der Oasengürtel liegen rasch hinter uns, wir sind unterwegs in die so lebensfeindlich und abweisend wirkende Hügellandschaft jenseits des Drâa. Und dennoch, da wachsen zwischen Stein, Schutt und Fels bunte Blumen und grüne Gräser. Kleine Siedlungen liegen verstreut in der trockenen und kargen Landschaft. Die Häuser sind aus gestampftem Lehm, den der Regen immer wieder aufweicht. Über eine ausgespülte Seitenpiste gelangen wir an einen Hang und folgen einer kaum sichtbaren Fahrspur talwärts zum Drâa. Während droben im Atlas der Frühling gerade einzieht, steht hier schon der Oleander in voller Blüte. Die Flanken der Berge sind kahl, nur einzelne Büschelgräser und verkrüppelte Bäume. Der Gegensatz zwischen dem fruchtbaren bewässerten Land und der öden steinigen Hammada wird hier besonders deutlich.
 
Einige Tage noch genießen wir in Agdz den geruhsamen Ablauf von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Die Entschleunigung der Schnelllebigkeit hat etwas magisches, unwirkliches. Auf den Fahrrädern erkunden wir das Städtchen. Durch alte Wohnviertel erreichen wir den Hauptplatz an der Durchgangsstraße mit vielen Geschäften. Wir setzen uns vor ein Cafe mit Freisitz und bestellen Thé à la Menthe.

Tags darauf rollt unser Gespann nach Westen. Klaglos verrichten die sechs Zylinder unter der Motorhaube des Landcruiser ihre Arbeit, ein angenehmes, sonores Brummen begleitet unsere Fahrt. Wir haben Marrakech jenseits des Hohen Atlas im Visier – doch das ist eine andere Geschichte.

INFO MAROKKO:

Boot – Oued Drâa:
Extrem schwankende Wasserstände machen Paddeltouren in Marokko zu einem Lotteriespiel. Mit einem Feststoffkanadier auf dem Fahrzeugdach wäre eine vierwöchige Reise durch Marokko (z.T. Piste) undenkbar gewesen. Nicht zuletzt deshalb waren die beiden Outside Luftboote ideal für eine solche Unternehmung. Die komplette Bootsausrüstung (zwei Outside, fünf Helme, Schwimmwesten, Stechpaddel etc.) wurde platzsparend in den beiden Jetbag‘s auf Landcruiser und Anhänger verstaut.
Der Oued Drâa ist ideal zum Wasserwandern (WW I). Fließgeschwindigkeit ca. 4 km/h, schöne Schwallpassagen. Er lässt den Kanuten Zeit, den Wandel von Fluss und Landschaft zu genießen. Zunächst die unbesiedelte, karge Mondlandschaft des Djebel Sarhro -  in Jahrmillionen hat sich das Wasser einen Durchbruch in schieren Fels gesägt. Beim Douar Tizgui erste bewirtschaftete Flächen entlang des Drâa. Auf den letzten Kilometern vor Agdz treten die Berge zurück - ein grüner Gürtel begleitet nun die Ufer. Der Fluss wird hier nicht breiter und größer, ganz im Gegenteil. Für Felder und Oasen wird dem Drâa das Wasser entzogen. Bei genug Wasser unterm Kiel steht einer Gepäcktour bis Zagora nichts im Weg.
Die beschriebene Tour wurde Mitte April unternommen.
Als Basislager wählten wir:  Camping-Kasbah-Palmeraie, BP 23, 45050 Agdz
(Province Zagora) MAROC.
 
Agdz
Mit seinen etwa 3800 Einwohnern liegt der ehemalige französische Garnisonsort am Fuß des 1531 m hohen Djebel Kissane, am Ausgang des Wüstentals des Khaneg Taghia, des Draa-Durchbruchs im Djebel Sarhro-Massivs.
Agdz ist sowohl Station auf dem Weg nach Zagora als auch Ausgangspunkt für schöne Ausflüge im Antiatlas und im Drâa-Tal. Es bieten sich Abstecher zu den Oasen und Kasbahs von Aït Hammou Saïd (17 km), Tamakkasalte (24 km), El-Had Ouled Othmane (32 km) und zu den Drâa-Wasserfällen (20 km) an. Besonders sehenswert ist die 2 km südlich von Agdz gelegene Kasbah von Tamnougalte. Hier wurden Sequenzen des amerikanischen Spielfilms 'Der Himmel über der Wüste' gedreht.

Anreise:
Fährverbindungen von Frankreich. Von Sète nach Tanger (36 Std.) und Sète nach Nador (28 Std.).
Fährverbindungen von Spanien. Von Almeria nach Melilla/span. Enklave und Nador (3 - 5 Stunden). Von Algeciras nach Tanger und Ceuta/span. Enklave (1 Stunde).
http://www.directferries.de/marokko.htm

Einreise:
Für bis zu 90 Tage Aufenthalt genügt ein Reisepass der ab Einreise noch sechs Monate gültig sein muss. Führerschein, Kraftfahrzeugschein, Für Fahrzeuge ist eine grüne Versicherungskarte vorgeschrieben, die für Marokko gültig geschrieben sein muss.
Kinder benötigen für die Ein- und Ausreise entweder einen (Kinder-)Reisepass nach neuem Muster oder den bisherigen Kinderausweis als Passersatz, der in jedem Fall mit einem Lichtbild versehen sein muss.

Kraftfahrzeuge:
Meist genügen der deutsche Führerschein und Fahrzeugschein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I. Es wird jedoch dringend empfohlen, zusätzlich den internationalen Führerschein und den internationalen Fahrzeugschein mitzuführen. Das Nationalitätskennzeichen "D" muss am Fahrzeug angebracht sein. Wenn die Internationale Grüne Versicherungskarte nicht für Marokko gültig ist, muss eine Kurzhaftpflicht-Versicherung entweder in Deutschland oder an der marokkanischen Grenze abgeschlossen werden.

Zeit:
Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt  -1 Stunde.

Sprache:
Arabisch und Französisch, dazu Berberdialekte, selten Englisch und Deutsch.

Geld:
Die marokkanische Währung ist der Dirham (DH). 1 MDH = ca. 0,09 €.

Reisezeit:
Frühjahr und Herbst sind die beste Zeit. Von März bis Anfang Juni, sind die Temperaturen angenehm und die Pflanzenwelt ist noch nicht verdorrt.

Gesundheit:
Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Dennoch, empfehlenswert sind Impfungen gegen Hepatitis A, Tetanus, Polio und Typhus. Leitungswasser abkochen oder entkeimen (z.B. Katadyn-Wasserfilter, Micropur). Eine Reiseapotheke sollte unbedingt dabei sein. Auslandskrankenversicherung abschließen.

Bettelnde Kinder:
Um ihrer sozialen Verwahrlosung keinen Vorschub zu leisten sollte man nichts geben. Man kommt sich hartherzig vor, wenn man Kindern nichts gibt, die um einen Stift oder ein paar Dirham betteln. Andererseits steigert es nicht gerade die Motivation, wenn bettelnde Kinder mehr Geld nach Hause bringen als der fleißig arbeitende Vater.
Unsere Devise ist seit langem, Kinder erhalten Geld und kleine Geschenke nur als Gegenleistung für einen erbrachten Dienst.

Sicherheit:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/MarokkoSicherheit.html

Fotografieren:
Die Abbildung von Menschen ist im Islam verboten; bevor man Personen fotografiert, sollte man sie deshalb um Erlaubnis bitten. Während Wasserverkäufer, Gaugler und Schlangenbeschwörer ganz erpicht darauf sind, gegen ein ordentliches Honorar fotografiert zu werden, ist Fotografieren und Filmen in Sperrgebieten, militärischen Anlagen, Flugplätzen und Häfen verboten.
 
Aktuelle Reise-Informationen:
http://www.adac.de/reise_freizeit/stadt_region_land/laenderfuehrer.aspx?Land=88