Hess- River

Boote: Grabner OUTSIDE + ADVENTURE + EXPLORER

Teilnehmer:

Wolfgang "Wolle" Huber - Landeck

Günther Zlanabitnik - Landeck

Klaus "Fossi" Wallnöfer - Innsbruck

Georg Fernsebner - Mayrhofen

Oktober 2006 - YUKON

25, 28, ??.32, es ist zum aus der Haut fahren, wieder kein Wasser. Miesmutig gleitet der Blick unter dem vom Regenwasser durchhängenden Tarp runter zum Bach, da steigt der Wasserspiegel, im Gegensatz zum Punktestand des Kartenspiels. Da sollte man mindestens 33, oder besser 66 haben. Man(n) kann ja nicht alles haben, aber wenigstens könnte der Regen langsam aufhören, denn beim jetzigen hohen Wasserstand haben wir einiges zu erwarten.

Als wir vor 5 Tagen mit Richard und seiner Cesna 185 zum Keele Lake eingeflogen sind, sagte er uns noch, dass wir wider Erwartung einen guten Wasserstand hätten.
Im Laufe der Jahre im Yukon haben sich für mich die letzten Augustwochen und der September als ideal erwiesen (weniger Mücken, weniger Touristen).

Am Fuße des majestätischen Keele Peak begann unsere Tour zum Hess. Runter ging es erst über den Keel Creek mit dem oberen und unteren See, wo dank des guten Wasserstandes einige Passagen gefahren werden konnten. Die letzten Meter zum Hess leinten wir dann die Boote. Der Wasserstand am Hess war höher, als bei der Planung angenommen, das heißt wir hätten unsere Tour doch am Porter Lake starten können. Die nächsten Tage hatten wir herrliches Wildwasser im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad.
Aber der Wasserstand stieg immer noch. Mehr als uns lieb war. Die nächsten Passagen waren dann doch etwas Anspruchsvoller, als erwartet. Hier bewährte sich unsere Ausrüstung (Trockenanzüge) und die alpine Wildwasser-Erfahrung. Einzig Günther hat an dem steigenden Wasserstand keine Freude, fiel doch der Fischfang dem trüben Wasser zum Opfer.

Durch den hohen Wasserstand waren wir mit Situationen konfrontiert, die wir, wie sie hier konzentriert auftraten, vorher nicht kannten. Strudel und Prallpolster von unangenehmer Größe. Unser Leitspruch "alles ganz locker, einfach in der Mitte durch", hatte ab und zu zum Gaudium der nicht gekenterten Bootsbesatzung beigetragen.
Schwierige Stellen wurden angesehen, zwei sicherten, das zweite Boot fuhr die Stromschnellen, danach wurde gewechselt.

Nach 330 km und einer Portage (Umtragung) der "Metusa", die sich bei diesem Wasserstand als unfahrbar erwies, erreichten wir nach 6 Paddeltagen den Stewart-River.

Davor hatten wir noch im Two Mile Canyon, der in den anderen Tourenbeschreibungen als schön und leicht (WW2) beschrieben war, noch etwas dazugelernt. Du sollst dich nicht täuschen, denn auf Grund des hohen Wasserstandes fuhren wir in dem engen Canyon von Prallpolster zu Prallpolster, anschauen vom Ufer aus, war nicht möglich.
Durch den Stewart verdoppelte sich der Wasserstand, und so erreichten wir die verlassene Siedlung No-Gold, wo uns kurz danach die "Five Mile" und "Three Mile Rapid" mit Wildwasser zwei bis drei erwarteten.

Am Ende des Three Mile Rapid fanden wir in der Caletta Zlanabitnik einen schönen Lagerplatz und beschlossen, hier einige Tage mit spielen in den Walzen zu verbringen. Wir hatten von den geplanten 17 Tagen für die Befahrung des Hess mit dem Stewart nur acht benötigt. Nach einigen Schwimmeinlagen und einem guten Ausrüstungstest, bzw. dem vernichten- sprich verkochen der Verpflegung ging´s von hier mit einer weiteren Portage bei den Fraser Falls auf dem träge dahinfließenden Stewart die letzten 60 km nach Mayo, dem Ausgangspunkt unserer Tour.

Hier hieß es Abschiednehmen. Wolle und Günther flogen nach Hause, Fossi fuhr mit Simone zum Big Salmon.
Mich erwartete Richard mit einem Flug zum Clark-Lake, dem Ausgangspunkt für eine neue Tour am Beaver- River.

 
 
 

Informationen über den Hess- River:

Andreas Hutter: Yukon - Kanuführer Band 1
ISBN: 3-00-007730-8
Ken Madsen: Paddling in the Yukon
ISBN: 0-9693894-1-8

TOUR: Hess- River: 330 km Wildwasser 3, mit Stellen 4, und den Fraser Falls, WW5

Anspruchsvolles Wildwasser vom feinsten, für den erfahrenen Wildnispaddler.

Stewart- River: 160 km, träge fließender Fluss mit zwei Stromschnellen und einer Portage bei den Fraser Falls.

Karten: 1:250.000

Niddery Lake I05-O

Lansing I05-N

Mayo I05-M

Zu kaufen bei "Mac´s Fireweed Books in der Mainstreet in Whitehorse

Ausrüstung:

Wir verwenden unsere Wildwasserausrüstung von zu Hause, mit Trockenanzügen.

Boote, ein Grabner Outside und einen Adventure, die sich bei solchen Touren im Wildwasser gut bewährten. Gegenüber den Festbooten muss man dann im träge fließendem Wasser einige Abstriche machen. (oder man(n) hat red bull ?????.)