Text: Reinhold Müller

Fotos: Reinhold Müller

Reiseziel: Nordwesten Griechenlands 

Boote: GRABNER Outside

Griechenlands Nordwesten – nicht nur der Götter wegen.

Limni O Pigon
Limni O Pigon
Im Hinterland

Rot blühende Judasbäume leuchten in der Morgensonne. Ein weicher, mediterraner Frühlingsduft begleitet unsere Fahrt.

Durch eine landschaftlich reizvolle Gegend schraubt sich die E92 1.500 Höhenmetern die Katara-Passstraße hinauf in die Region des Pintos-Gebirges, das sich mit seinen Zweieinhalbtausendern von der albanischen Grenze bis zum Golf von Korinth zieht. Mit 1705 m ist der Katara-Pass der höchste asphaltierte Straßenpass Griechenlands und die wichtigste Querverbindung von Epirus nach Thessalien.

Unsere Blicke schweifen in die Ferne und bleiben im Westen an einer blau schimmernden Wasserfläche kleben - ein Bergsee zwischen den Gipfeln des Pindos. Eine Piste verläuft zunächst hoch über den See, ohne Zufahrt zum Wasser. Mehr als zehn Kilometer poltern wir auf einem holprigen Sträßchen bis zum Ende des langgestreckten Sees und lassen die friedliche Atmosphäre auf uns wirken. Außer drei Hirten, die ihre Schafherden weiden lassen, begegnen wir keiner Menschenseele. Schließlich folgen wir einem "wilden" Weg der ans Wasser führt und erklären das Ufer vor einer malerischen Bucht des Limni O Pigón (1335 m) zu unserem Übernachtungsplatz. Jubel bei Hannah (7) und Philip (9); wenn es nach ihnen ginge würden wir ausschließlich an Bächen, Flüssen oder Seen lagern. Eine Schafherde zieht vorüber. Wir bekommen Besuch von zwei Hirten, beide Albaner. Roman, der ältere, hatte bereits in Italien als Hirte gearbeitet und spricht ein wenig italienisch. Mit Sprachführer, Bilder und Gestik klappt die Verständigung. Die beiden struppigen Hirtenhunde tragen Stachelhalsbänder mit nach außen gekehrten Metallspitzen - zum Schutz vor Wölfen, wie er uns versichert. Wir befinden uns also in Wolfsland. Langsam versinkt die glutrote Sonne wie eine reife Tomate hinter einem kahlen Berghang. Als die Dämmerung hereinbricht, wird es unruhig - auf der Seeseite quaken die Frösche, an Land zirpen die Zikaden. Erst spät falle ich in einen unruhigen Schlaf.

Landschildkroete
Acheloos

Es war kühl in der Nacht. Um 6.30 Uhr zeigt das Thermometer 5°C. Doch zweieinhalb Stunden später paddeln wir bei angenehmen 24°C im Outside über den See. Es ist windstill, der Himmel wolkenlos, perfekt spiegeln sich Landschaft und Boot im glasklaren Wasser des Limni O Pigón. Die Grenze des Pindos Nationalparks verläuft nur etwa drei Kilometer nördlich hinter einem Bergrücken. Doch der Weg dorthin zieht sich lang hin und ist nicht leicht zu finden, zumal jedes Hinweisschild fehlt. Nach etwa 15 Kilometern Fahrt erreichen wir den Bergsattel oberhalb des Dorfes Miléa, hier müsste der Weg in Richtung Nationalpark abzweigen. Ein einspuriger, tunnelartig verwachsener Naturbelagweg steigt zunächst steil an und führt dann als eine aus dem Berghang gebrochene Wegspur weiter.

Nach sechs Kilometern eine Wegegabel. Instinktiv halten wir uns links, eine wilde Piste senkt sich in eine Waldschlucht. Am steilen Hang holpert das Gespann auf einem steinigen Weg um unzählige Kurven im Schritttempo talwärts. Eineinhalb Stunden benötigen wir für acht Kilometer Fahrt und 435 Höhenmeter bis zum Vali Kalda, das warme Tal (1300 m), die Kernzone des Pindos Nationalparks. Hüfthohe Talwiesen werden von dichten Kiefernwäldern gesäumt, ein Bach fließt vorbei. Philip und Hannah erspähen Frösche, Gelbbauchunken, Molche, Larven vom Feuersalamander und begeistern sich an unzähligen Schmetterlingen. Dennoch, der Anblick von Meister Petz bleibt uns verwehrt, und doch lebt hier die größte Bärenpopulation Griechenlands, sowie Wölfe, Adler und Geier. Im Bereich der Parkgrenzen steigen die Berge bis auf nahezu 2200 Meter an. Im Pindos Nationalpark dominiert eine wilde, völlig unerschlossene Natur ohne Unterkünfte oder Schutzhütten.

In dieser Region ist die E92 die einzige gut ausgebaute Straße die nach Westen führt.  Sie ist ebenso kurvenreich, wie stark von Reise- und LKW-Verkehr frequentiert, jedoch verläuft sie durch die reizvolle Gebirgslandschaft des Pindos. Links der E92 staffelt sich das Städtchen Metsovo am Berghang, einer der malerischsten Orte ganz Griechenlands und inzwischen eine Touristenattraktion. Steile Gassen ziehen den Hang hoch, gesäumt von steingedeckten Häusern. In der Türkenzeit wurden ihm besondere Privilegien gewährt, um die Loyalität der Bewohner zu gewinnen und zu erhalten. Die Gemeinde entwickelte sich zu einem Zentrum des Handels und des Handwerks. Eine Stunde später, hoch über Ioánnina, ein schöner Ausblick über die Stadt und dem Pamvotis-See, es ist früher Abend.

Acheloos
Acheloos Marmorcanyon
Acheloos Marmorcanyon

Nach einem Versorgungsstopp in Ioánnina folgen wir anderntags der Nr. 5 nach Süden - unser  Ziel ist der, abseits in der Bergwelt des Pindos gelegene, Marmorcanyon des Achelóos. Gegen Mittag wird Arta erreicht. Vor der Stadt lenkt uns die Karte auf die Nr. 30. Die Straße knickt nach Osten und führt nun durch eine reizvolle Mittelgebirgslandschaft. 15 Kilometer weiter gabelt sich die Straße, wir halten uns rechts und folgen dem Wegweiser der in Richtung Pigés / Astrohori zeigt. Ein Abgleich mit der Straßenkarte bestätigt uns - wir sind auf dem richtigen Weg. Wir geben Gas und ab ins Gebirge. Nach 34 Kilometern und mehr als einer Stunde Fahrt passieren wir das Bergdorf Astrohori. Hoch über dem Talgrund verläuft das schmale Teersträßchen nun kurvenreich am Hang entlang. Mesopirgos liegt weiter südlich am Ufer des Achelóos und ist, wenn man der 300.000er Karte glauben darf, der letzte Vorposten vor der Marmorschlucht.

Auf noch schmaleren Weg mit oft einspuriger, waghalsiger Trassenführung rollt unser Konvoi nach Süden. Bei Kilometer 12 öffnet sich uns ein grandioser Blick auf das unter uns liegende breite Tal das der Fluss im Laufe von Jahrmillionen in die Bergwelt Zentralgriechenlands geschliffen hat, jadegrün zieht der Achelóos seine Spur, betörend der Kontrast zu den blendend weißen Kiesbänken und dem satten Grün der Buschwälder und Wiesen. Ab und an zieht sich terrassenartig bewirtschaftetes Ackerland den Hang hoch. Vor uns liegt Mesopirgos, wir halten an und studieren die Straßenkarte. Sie gibt keinen Aufschluss, die Straße endet wenige Kilometer hinter dem Ort - alles weitere ist Terra incognita. Verwinkelte Gassen und weißgetünchte Häuser, die sich am Berg hochstaffeln prägen das Dorf. Anfangs geht es auf glattem Teerbelag flott voran, doch bald rumpeln wir auf einer ruppigen Naturbelagpiste durch eine wild anmutende Landschaft.

Dichter Macchiabewuchs zieht sich den Berg hoch, wie ein Wurm windet sich das urige Sträßchen den Hang entlang. Dort, wo auf der Karte die Straße endet, beginnt zu unserer Überraschung eine neue, gut ausgebaute Teerstraße, die nach Süden weiterführt. Wir wollen ans Flussufer und folgen  einer Schotterpiste die sich talwärts, hinab zum Achelóos windet. Auf einer Kiesbank stellen wir die Fahrzeuge ab und erklären diese schön gelegene Stelle kurzerhand zu unserem Standplatz für die Nacht. 100 Meter flussabwärts überspannt eine uralte Steinbogenbrücke den Fluss, dahinter zieht sich der Achelóos zusammen - der Marmorcanyon, den wir tags darauf mit den Booten befahren wollen, nimmt hier seinen Ausgang. Der Fluss ist gut gefüllt und hat eine flotte Strömung, das flache Ufer ist ideal zum Einsetzen unserer Boote.

Während Christine und die Kids beim Lagerplatz zurückbleiben, brechen Helmut und ich mit dem Galloper auf um die Gegend, und am Schluchtende eine geeignete Ausstiegsstelle für die am nächsten Tag geplante Bootstour zu erkunden. Wir folgen der Teerstraße, die hoch über dem Grund flussabwärts führt. Ein Hinweisschild zeigt nach rechts, eine Schotterpiste führt hinauf auf den Bergrücken zum Dorf Avlaki - wir lassen es rechts liegen und folgen einige Kilometer weiter, bei der Ortschaft Vrouviana, dem Weg der am Ende des Marmorcanyon hinunter zum Fluss führt. Neben der einspurigen Steinbrücke erspähen wir ein flaches Kiesufer als Ausstiegsstelle, unterhalb der Schluchtstrecke.
Gegen Abend sammeln wir Holz und lassen den Tag am flackernden, warmen Licht des Lagerfeuers ausklingen, am tiefschwarzen Himmel blinken Millionen von Sternen.

Morgens um acht ist der Himmel wolkenlos. Bedenklich klar, wie ein Scherenschnitt, zeichnen sich die Berge am Horizont ab, bald ziehen Wolken auf. Gegen 11 Uhr schubsen wir die Boote ins Wasser. Uns wird rasch klar, der Fluss führt erheblich mehr Wasser, als das im Kanuführer beschriebene WW I. Heftige Wellen und Prallwände erfordern eine sichere Bootsführung - "Pilze" aus Wasser und Luft türmen sich vor uns auf. Die Walzen und Brecher bescheren uns einen heißen Ritt. Doch der Marmorcanyon bietet eine grandiose Szenerie und auch ruhige Abschnitte. Lautlos tauchen wir die Blätter der Stechpaddel neben dem Outside ein, ziehen sie gleichmäßig, dicht an der Bordwand entlang zurück und genießen Sekunden eines geräuschlosen Vorwärtsgleitens. Nach eineinhalb Stunden öffnet sich die Schlucht, vor der Brücke von Vrouviana legen wir an. Kaum ist die Ausrüstung in den Fahrzeugen verstaut beginnt es zu regnen. Der Blick zum Himmel gibt wenig Hoffnung auf besseres Wetter, die Wolken hängen tief. In der Hoffnung auf Sonne steuern wir die  Fahrzeuge in Richtung Küste.
Die Sonne scheint, als wir anderntags nach Norden aufbrechen. Wie hochgehobene Zeigefinger ragen schwarze Zypressen aus der braungrünen Erde zwischen den schieren Felsen, die in Falten bis dicht an die Straße heranreichen. Wir gelangen in die weite Mündungsebene des Acheron; der Flusslauf wird überquert. Die Ebene ist üppig bewachsen, Baumreihen, Reisanbaufelder und die prächtigen Farbtupfer der Frühlingsflora auf den sattgrünen Wiesen. Das Dörfchen Messopotami ist bald erreicht. Aus alten Schilderungen wusste man, dass ganz in der Nähe, auf einem Hügel, die Reste des Totenorakels Nekromanteion von Ephira liegen müssen. Bei Homer war die Stelle so genau beschrieben, dass die Archäologen 1956 mit den Ausgrabungen begannen und fündig wurden. Eine Besichtigung der freigelegten unterirdischen Gänge und Räume des einzigen Totenorakels Griechenlands ist ein Muss. 
Wir folgen dem Acheron flussaufwärts und treffen auf Gliki. Das Dorf liegt herrlich am Ende der Acheron-Schlucht, umgeben von einer wild anmutenden Berglandschaft. In der griechischen Mythologie hat der Acheron eine ganz besondere Bedeutung, als Fluss der Unterwelt galt er in der Antike. Über ihn bringt der Fährmann Charon die Seelen der Toten in die Unterwelt, ins Schattenreich des Hades. Bei den Pfeilerresten einer antiken Brücke finden wir unter prächtigen Platanen einen idealen Standplatz am Ufer. Während ich mit Helmut das Lager herrichte, Christine sich am Kochtopf um das leibliche Wohl kümmert, erkunden Philip und Hannah, das Ufer des Acheron. Aus einer Felsspalte ergießt sich ein Wasserarm in den Fluss - die Styx, die verhasste Tochter des Ozeanos?

Strandplatz am Thiamis
Thiamis
Thiamis

Am nächsten Tag sind wir mit den Drahteseln am jenseitigen Ufer unterwegs, das asphaltierte Sträßchen steigt stetig an. Nicht steil aber so, dass uns dennoch der Schweiß von der Stirn rinnt. Ein Kirchlein wird passiert und nach einigen Kurven eröffnen sich erste Blicke in die malerische Schlucht des Acheron. Hinter der nächsten Biegung, ein dunkles Loch, ein Tunnel wurde durch einen Felsvorsprung geschlagen. Wir legen eine Rast ein und bewundern die grandiose Landschaft. Tief unten mäandert das jadegrüne Wasser des Acheron durch ein unübersichtliches Labyrinth aus wilden Bergstöcken und engen Schluchten.

Der Tunnel wird durchquert, dahinter folgen wir einem schmalen Pfad - wie in den steilen Hang geritzt, folgt er der von der Geografie vorgegebenen Spur. Er springt über Felsen, schlingt sich um die Vorsprünge, klettert hinauf zu einem Berggipfel der eine atemberaubende Aussicht in die Schluchten des Achéron und auf die Souliotischen Berge gewährt. Im Nordosten bleibt unser Blick an einer Gipfelfestung kleben - eine Festung der Soulioten, vertriebene Albaner, die in diese Bergeinsamkeit flüchteten und zur Türkenzeit ihre neue Heimat verteidigten.
Philip ist von unserem Lagerplatz am Ufer des Acheron begeistert – ein Paradies für Angler, zumal sich der Wechsel von Strömung und stehendem Wasser ideal ergänzen. Mit Angel, Käscher und einem Eimer zieht er los, um die bissträchtigsten Stellen zu erkunden. Es ist bereits später Nachmittag als Philip von seiner Angeltour zurückkommt und uns freudestrahlend seinen Fang präsentiert - 2 Äschen, klein aber fein. Hannah ist ganz begeistert und freut sich auf Fisch mit Brot.

Im Genießertempo lassen wir tags darauf die Fahrzeuge dem Sträßchen folgen, das nach Norden führt und unterhalb des Bergdorfes Neóhori, auf den Thiamis trifft.                   

Der Fluss an sich und der Wasserstand sehen vielversprechend aus, im DKV Kanuführer ist dieser Abschnitt des Flusses mit WW 1 deklariert. Vor uns liegt ein Plätzchen von dem man nur träumen kann, eine Kiesbank erstreckt sich zungenartig ins Wasser. Philips erster Gang führt ihn an's Ufer - klar, dass er beurteilt was hier so froschmäßig abgeht. Wir lassen es ruhig angehen auf diesem malerischen Platz, relaxen, schubsen die Boote ins Wasser und paddeln gemächlich durchs klare Wasser. Ein Paar kommt vorbei und spricht uns an. Wie wir erfahren, sind ihre Eltern 1961 als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Die beiden sind in Deutschland aufgewachsen und führten bei Dortmund ein Restaurant. Vor vier Jahren haben sie den "deutschen Winter" hinter sich gelassen und sich im Heimatort ihrer Eltern ein Haus gebaut.

Thiamis
Thiamis Platanenschlucht

Wolkenlos präsentiert sich der nächste Morgen. Bei guter Strömung kommen wir zunächst flott voran, Schwallstrecken, kleine Kiesbänke. An den Ufern beugen sich die Äste der Weiden weit über den Fluss und bieten uns wohltuenden Schatten. Dann wieder treten die Bäume zurück, unerbittlich knallt die Sonne auf uns nieder. Die Strömung gewinnt an Wucht. Der Fluss wird schmal und knickt nach rechts. Genau in der Biegung wartet ein quer über die Stromschnelle gestürzter Baum als Kenterfalle auf die Boote, zumal die Stromzunge und die schäumenden Wellen das drohende, kahle Geäst anvisieren. Das Tal wird eng und wildromantisch, dichte Ufervegetation, kahle Bergrücken, senkrechte, zerklüftete Felswände und malerische, schattige Rastplätze unter dem weit ausladenden Geäst der Bäume. Nach mehr als fünf Stunden Fahrt, hinter einem Mäander des Thiamis, wartet unser Landcruiser am Ufer.

Bis zum Hafen von Igoumenitsa an der Küste der Adria sind es kaum mehr als eine Stunde Fahrt, doch unsere  Fähre nach Ancona legt erst Tags darauf am späten Abend ab. Genug Zeit um an einem abgelegenen, ruhigen Plätzchen am Ufer die Eindrücke und Erlebnisse dieser Reise zu reflektieren.

INFO Griechenland, Nordwesten

  • Anreise:
    Via Fähre von Italien aus, ab Triest, Venedig, Ancona, Bari oder Brindisi nach Igoumenitsa. Zu empfehlen ist "Camping an Bord", man verzichtet auf den Luxus einer Kabine und übernachtet, auf einem eigens dafür konzipierten Deck des Schiffes,  im eigenen WoMo oder Caravan. Unsere Fährüberfahrt mit Minoan Lines, von Ancona nach Igoumenitsa dauerte mit einer Schnellfähre ca. 15 Stunden.
  • Einreise:
    Personalausweis oder Reisepass, Kinder unter 16 Jahren müssen im Pass der Eltern eingetragen sein oder benötigen einen Kinderausweis (ab 10 Jahren mit Bild), Führerschein, Kraftfahrzeugschein, Grüne Versicherungskarte. Ein Auslandschutzbrief ist zu empfehlen. In Italien müssen alle nach hinten über die Stoßstangen hinausragenden Ladungen mit einer 50x50 cm großen, rot-weiß gestreiften Warntafel gekennzeichnet sein.
  • Pindos Nationalpark:
    Der 1966 gegründete Pindos Nationalpark umfasst 129 000 Hektar und liegt nördlich des Katara-Passes in einer abgelegenen Region und ist ausschließlich über z.T. abenteuerliche Naturbelagwege zu erreichen. Das Zentrum des Parks (1300 m) ist die Valia Kalda, das warme Tal. Höher als 2000 m sind die Berge die dieses Kleinod, in dem Flora und Fauna Berg-Griechenlands bewahrt blieben, umschließen. Wasserreich und dicht bewaldet mit Buchen, Schwarz- und Panzerkiefern, ziehen hier noch Wölfe durch das Tal. Hier leben zudem die größte Bärenpopulation Griechenlands sowie Adler, Geier, Eulen und acht Spechtarten.
  • Achelóos:
    Mit einer Länge von 170 Kilometern ist der Achelóos der längste Fluss Griechenlands.
    Die Schluchten des Achelóos, mit seinem klaren, smaragdgrünen Wasser, weitläufigen Platanenauen und vielfarbig geaderten Marmorklippen mussten im Laufe der Jahre tiefgreifende Veränderungen ertragen. Mächtige Stauseen wurden angelegt die eine durchgehende Befahrung mit Booten unmöglich machten. Obwohl zwei weitere Dämme bereits fertiggestellt sind und zum Zweck der Bewässerung und zur Energiegewinnung ein Großteil des Flusslaufes unter einer Kette schmaler Stauseen verschwinden soll bleibt der Marmorcanyon den Wassersportlern vermutlich erhalten. Das Flussdelta des Achelóos bildet die Südwestecke Mittelgriechenlands und zählt mit 450 qkm zu den größten griechischen Flussmündungen. 
    Der Marmorcanyon liegt abseits der großen Durchgangstraßen und wird auf kleinen Sträßchen (einige Kilometer auf Naturbelag) erreicht. Die 300.000er Straßenkarte vom RV Verlag vermittelt in dieser Region kein korrektes Bild der Straßenverbindungen - wenn die Karte "Terra incognita" ausweist führen dennoch viele fahrbare Naturbelag- und Schottersträßchen zum nächsten Dorf oder zu einer asphaltierten Straße.
    Für Bootsfahrer ist der Marmorcanyon der eindrucksvollste Abschnitt des Achelóos. Er verläuft von der Steinbogenbrücke bei Avlaki auf einer Länge von 8 km (Km 90) bis zur Steinbogenbrücke bei Vrouviana (Km 98) - beide Orte sind auf der genannten Karte unauffindbar. Wenn auch der Kanuführer WW 0 - I ausweist, nach einem schneereichen Winter kann auch WW II - III auf den Kanuten lauern (Prallwände, wuchtige Wellen und Walzen).
  • Acheron:
    Der Acheron entspringt in den Tomaros-Bergen und hat in der griechischen Mythologie eine ganz besondere Bedeutung, als Fluss der Unterwelt galt er in der Antike. Über ihn bringt der Fährmann Charon die Seelen der Toten in die Unterwelt, ins Schattenreich des Hades. Vor dem Eingangstor wacht Zerberus, der dreiköpfige Höllenhund. Dort fließt auch die Styx (griech.: totbringende kalte Quelle), die verhasste Tochter des Ozeanos. Bei diesem Flusse schwören die Götter. Im Falle eines Eidbruchs müssten sie ihn überschreiten und verlören damit ihre Unsterblichkeit. Die tiefste Stelle der Unterwelt heißt der Tatar. Nur einer kam je von dort zurück: der Sänger Orpheus, der seine geliebte Euridike von den Toten zurückholen wollte.
    Durch ein Chaos von Tälern und Felsbarrieren, durch das unübersichtliche Labyrinth der Soulitischen Berge hat sich der Fluss seinen Weg gebahnt.
    Der Blick, den der Reisende heute von den Bergen in die Schlucht wirft zeigt ein ganz anderes, freundlicheres Bild - eine grandiose Gebirgslandschaft durch die das jadegrüne Wasser des Acheron mäandert. Die Schluchtstrecke endet oberhalb der Ortschaft Glicki. Ein Dutzend Kilometer weiter erreicht er die üppig bewachsene  Mündungsebene. Nahe dem Dorf Messopotami breiten sich auf einem Hügel die Reste des Totenorakels Nekromanteion von Ephira aus - es wurde bereits bei Homer beschrieben und ist das einzige Totenorakel Griechenlands.
  • Informationen:
    Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Str. 22, 60311 Frankfurt am Main.