Reisebericht Kafaombu

Text und Fotos: Helmut Raggl

 

Boot: GRABNER ADVENTURE

 

15.04. endlich geht's los!

Nach fast zweijähriger Planung treffen wir uns in Zürich Airport für den Flug mit South African Airlines über Johannesburg nach Lusaka, wo wir bereits von Ute erwartet werden. Unser Fahrer Bonface bringt uns direkt ins Wayside B&B. Das Material ist komplett eingetroffen: Auspacken, sortieren, umpacken, neu verpacken... und dann ein kühlendes Bad im Pool! Wir kaufen Lebensmittel ein und komplettieren die Ausrüstung.

 

18.04.

Bonface bringt uns per Pickup zu der Kampumbu Bridge - 1'000 km und 1 ½ Tage weiter nördlich. In der Mittagshitze und unter aufgeregter Beobachtung der Einheimischen machen wir die Boote startklar und paddeln in ruhigem Wasser los. 19.04. das Wasser ist flach und hat kaum Strömung. Die vielen Sandbänke zwingen uns immer wieder auszusteigen und die Boote zu schleppen - bei 34° im Schatten (wer spricht hier von Schatten.)

 

21.04

Endlich hat der Luangwa etwas mehr Wasser und wir können richtig paddeln - auch paddeln ist anstrengend bei dieser Hitze! Die unglaubliche Ruhe, die verträumte schilf- und buschbestandene Flusslandschaft mit atemberaubenden Steilufern und mächtigen Galeriebäumen lädt zum träumen und entschädigt für alle Mühe. Abend für Abend finden wir einen tollen Platz auf einer Sandbank für unser wohlverdientes Camp.

 

23.04.

Die Pausen verbringen wir entweder im Boot oder wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum. Oft bringt ein Bad im Fluss die ersehnte Abkühlung - allerdings ist dieser Spass ab heute vorbei: um 8:50 h begegnen wir dem ersten Kroki! Die seltenen Begegnungen mit Einheimischen verlaufen immer freundlich und oft sehr lustig. Die abendlichen Buschtrommeln verleihen der Tour einen besonders exotischen, mystischen Touch.

 

25.04.

Es gibt viele Tiere im und am Luangwa: Nebst den Kroko - dilen sehen wir Warane, Paviane, eine Wasserschlange, unzählige exotische Vögel, skurrile Insekten, allerhand Spuren im Sand - und ab heute auch Flusspferde! Die erste Herde versperrt uns den Weg und zwingt uns zu allerhand Tricks. Wir sind uns bewusst, dass wir bei diesem tiefen Wasserstand viel zuviel Zeit bei der Umschiffung der Hippos verlieren werden...

16.00 h in einer Rechtskurve mit starker Strömung versuchen Lupo und Ute ihr Kanu rechts an einem Baumstamm vorbei zu ziehen. Es gelingt nicht, die linke Luftkammer wird auf einer Länge von 175 cm aufgeschlitzt und das Boot bleibt mitten im Fluss hängen. Nach der aufregenden Rettungsaktion unter schwarzer Mithilfe ist die Stimmung am Abend im Camp sehr gedämpft. Alle wissen es: die Tour auf dem Luangwa ist abrupt zu Ende...

 

26.04.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiss: der zweite Teil der Reise wird nicht minder interessant und spannend werden! Nach dem Übersetzen ans andere Flussufer schleppen wir das ganze Material zu einer winzigen Siedlung bei Katangalika. Hier hängen wir erst mal zwei Tage fest. Zwei Tage in einer afrikani - schen Siedlung aus strohbedeckten Lehmhütten, Seite an Seite mit den liebenswertesten Menschen die man sich vorstellen kann.

28.04.

Bereits um 3.40 h werden wir von Fahrradgeklingel geweckt: 16 gestern engagierte Radfahrer stehen bereit, das Material wird mit alten Gummibändern auf die indischen Klappergestelle gepackt und eine unvergessliche Radtour durch den Busch nach Chama kann beginnen. Nach Sonnenaufgang ist dann auch der Pfad meistens erkennbar und so erreichen wir gegen Mittag erschöpft aber erleichtert Chama. Transport nach Lusaka organisieren...!

 

29.04.

Der Bus nach Lusaka fährt regelmässig - einmal die Woche - und er ist soeben weg... es ist nicht einfach, von Chama weg zu kommen! Dank der Mithilfe von Comissioner Peter Nyirenda bringt uns ein Buschtaxi der Regierung nach Chipata, wo wir bereits tags darauf den Bus nach Lusaka besteigen.

 

30.04.

Wieder im Wayside: Ausrüstung reinigen, waschen, um - packen, duschen, rasieren und abends ein Steak in der Stadt.

2.05.

Nach dem wohlverdienten Ruhetag geht's wieder los mit "Bubi", dem gemieteten alten Buschtaxi Pickup mit Doppelkabine. Noch kurz einkaufen und raus aus der Stadt, in den Busch. 4.05. drei Tage im Lower Zambezi NP wo wir Adler, Geier, Impala, Puku, Kudu, Buschböcke, Zebras, Büffel, Paviane, Schakal, Hippos, Krokos und Elefanten beobachten und erleben - und jeden Abend ein schönes Camp mit Löwengebrüll und Hyänengeschrei!

 

8.05.

Über Chipata (Nshima bei Priscilla) erreichen wir Mfuwe, am Gate zum South Luangwa NP. Beim Night Drive beobachten wir nebst Giraffen, Zebras und Elefanten auch einen Civet, eine Hyäne und zwei Löwinnen. 9.05. drei weitere aufregende Tage in der Wildnis des Luangwa Valley. Wir, die Tieren der afrikanischen Savanne, umgeben von beeindruckender Landschaft - unmöglich, alles aufzuzählen...!

 

12.05.

Nach idyllischem Camp direkt am Luangwa reisen wir über die anstrengende Petauke Road (170 km in 8 h) zurück. 14.05. ein paar Souvenirs im Manda Hill, ein letztes Mal packen, das Abschlussessen im Lusaka Club die letzte Nacht im Wayside. 15.05. Rückflug. Nicht alles ist nach Plan verlaufen - aber wir haben viel erlebt und jede Menge Abenteuer getankt. Eine wundervolle Reise geht zu Ende - Zambia, wir kommen wieder!