HAINBURGER AU

ACHTUNG : Wie wir erfahren haben, darf die Hainburger Au in der Zwischenzeit nicht mehr befahren werden! (Nationalpark)


Zur Person: Helmut Payer, Jahrgang 53

Beruf: Unternehmer, Firma: Wächter Bike-Shop, Alserbachstraße 10 1090 Wien Tel.: 315 29 12 

Hobbys: Boot, Musik, Natur, Fotografieren

Vorwort
Vorgenommen habe ich mir in "die Au" zu fahren, um mich inspirieren zu lassen, Ruhe, Einsamkeit, Sonne, Wasser....
Das Schreiben geht leichter von der Hand...; geht doch nicht – . Die Au nimmt dich zu stark gefangen.

Die Natur fasziniert dich so, du nimmst alles so intensiv auf, so du offen, flexibel und sensibel genug bist, abschalten zu können und wieder zu sehen, hören, riechen, fühlen, frei zu sein, am Strom. (no Handy please; oder ausschalten!)

Das Abenteuer liegt vor der Haustüre. Aus dem Herzen der Weltstadt Wien kannst du starten. U-Bahn oder Bus bringen dich zum Donaukanal. Ab Friedensbrücke mit Blick auf Kahlen- und Leopoldsberg wäre wärmstens zu empfehlen, da einmalig. Wien per Boot= laut, viel Beton, aber sicher sehr beeindruckend.

Ich starte bei der Rollfähre (ca. 500 m flußabwärts der Rotundenbrücke). Sehenswert!

Ausrüstung:

Du kannst mit allem rechnen, z.B. Sommergewitter mit Hagelschlag, vorher Regen, Blitz und Donner.... Sofort eisige Temperaturen. Mein Tip: Boot aus dem Wasser, umdrehen und druntersetzen; anziehen! Am besten fantastic plastic = Funktionsbekleidung. Denn Transtex oder Kunststoff-T-Shirts trocknen schneller = wärmer. Aber das fährt zu weit, daher empfehle ich Beratung im Fachgeschäft. Auf alle Fälle: Regenjacke mit Kapuze, Schirmkappe, Sonnenbrille, Creme, Gelsenschutz, Wasser, Jause, Outdoorsandalen....... ab Oktober Socken mitnehmen. Ein wasserdichter Bootssack nimmt alles auf; bitte im Boot festbinden und im Falle des Kenterns beim Boot bleiben, Paddel festha1ten, keine Panik. Cool bleiben, daher zum Pinkeln lieber aussteigen als sich rauslehnen....

Den Donaukanal runter ist es links und rechts noch sehr laut, aber auf Höhe der Gasometer, Prater, Winterhafen ändert sich einiges, es wird leiser. Taubelhütten mit Namen wie "Villa Canale Grande" werden seit vielen Jahren gepflegt, Schrebergarten am Fluß auch nicht schlecht. Man winkt einander am Wasser immer zu, Freundlichkeit wird mit Winken signalisiert.

Sind wir auf der Donau, Kehrwasser beachten, rauspaddeln, ca. zur Mitte. Man sieht Windräder auf der Donauinsel und das Kraftwerk Freudenau stromaufwärts. Ein kurzer Rundblick, aber noch nicht Pause. Aufpassen! Sieht das Motorboot uns? Sehen wir die Boje - Kommt der Schlepper von links oder rechts. Strömung auch noch, es wird ein bißchen knapp..... Unterschätze die Donau nicht!

Rechts bleiben, Vorsicht Schiffe, Strömung... Wir paddeln zum Albener Hafen, Proviant ausfassen. Hühnerschnitzel, Bier, Cola, Eis, die letzte Möglichkeit vor dem großen Abenteuer. Kurze Pause. Hier noch umziehen, pinkeln ist gemütlicher als auf der Donau und überall gilt: Hinterlasse keine Spuren. Wir sind Gast in der Natur, daher verhalten wir uns dementsprechend rücksichtsvoll und hören wir zu, was uns die Au zu sagen hat. Vorher Autobahnlärm, Flugzeuge und jetzt Ruhe. Bei den großen Schotterbergen aussteigen und raufklettern lohnt sich. Blick dich um - Diese Weite und Größe!

Wichtig: Boot raustragen, Paddel ins Boot und aufpassen auf Schiffe mit hohen Wellen, denn die saugen dein Boot schnell raus und dann heißt es nachschwimmen. Also bitte: raustragen, möglichst nicht schleifen, außer du führst ein GRABNER-Boot, denn das hält sehr viel aus, dabei auf Treibholz (PIanken) mit Nägeln etc. achten.

Doch jetzt wieder zurück zu den Tourvarianten:

Eine Tagestour bringt dich vom Donaukanal in die Donau. Ca. zwei Stunden nach dem Albener Hafen (Strom km 1980) rechts in die Fischa reinpaddeln. Im Frühjahr und Sommer ist es dort fast subtropisch heiß voller Gerüche und die Stille wird vom Dschungelorchester übertönt. Nach ca. 800 Metern (20 Minuten paddeln) links grobes Gestein/Beton – Fremdkörper - . Wir müssen drüber und es warten noch ca. fünf "Übergänge" auf uns. Schlamm Disteln, Brennessel, Gelsen, Hitze, Regen sind zu erwarten und dementsprechend sollte man/Frau auch ausgerüstet sein Wichtig: Ordnung im Boot = wenig Teile = wenig Risiko etwas Wichtiges zu verlieren daher möglichst alles sofort wieder in den Rucksack Flaschen bzw. spitze Gegenstände sofort gut verpacken.

Traumhafter Auwald nimmt dich auf. Du querst den kleinen Pool und dann ca. 30 Meter tragen, rechts steile Schotterberge, Urwald pur. Jetzt wird es oft wichtig sein sich zu schützen. Sonne, Gelsen! - Das Wasser glasklar.– Wir paddeln wieder, aber der nächste Übergang kommt auf uns zu. Früher noch schöne Sumpfwiesen, Schilf und kein Weg, jetzt 1eider gerodet und planiert. Trotzdem drüber, denn der Pool wartet. Nachdem du die Forststraße überquert hast, kommst du zum "Pool" einem Juwel der Au.

Eiskalt, kristallklar und faszinierend lädt er dich ein, zum Staunen, Träumen, Rasten oder Baden. Übrigens eiskaltes Wasser wirkt gegen Brennessel oder Gelsenstiche wahre Wunder.

Die Stille genießen, der Au zuhören, Tiere beobachten, schwimmen, schwitzen, den Wind spüren; entschuldige bitte die Schwärmerei-. Immer dem Wasser nach, teilweise über Land, bis du wieder ins Boot steigst. Ein prüfender Blick zurück, nichts vergessen. O.K. weiter, wobei Übergänge natürlich immer mehr zum Baden einladen. – Und es tut gut!

Bei Hochwasser die Übergänge, Forststraßen, Kanäle vorher aus sicherer Entfernung prüfen und dabei die Strömung gut beobachten. Lieber öfter rübertragen als einmal aufzulaufen auf scharfkantige Felsbrocken.

Nach ca. drei Übergängen links abbiegen in ein kleines Flüsschen, trotzdem aufpassen, denn immer kann ein umgestürzter Baum quer liegen. Jetzt genießen und sich treiben lassen bis es wieder breiter wird und rechts ein Schotterhaufen zum Aussteigen einlädt. Hier kannst du auch campieren, denn rundherum ist fast nur Sumpf, Dschungel, Wasser und Auwald.

Gelsenlichter, Räucherstäbchen anzünden, lange Hose anziehen, Holz suchen, Zelt aufstellen, Feuer machen, Proviant vorbereiten...

Unmöglich die Abende, Vollmond- und normale Nächte beim Lagerfeuer in der Au oder auf einer Insel zu beschreiben. Also bitte entschuldige....

Der Graureiher steht ganz ruhig am Ufer zwischen Ästen und Zweigdickicht, kaum oder meist zu spät zu erkennen, und fliegt dann auf um sich weiter unten wieder niederzulassen. Am Ufer entlang paddeln möglichst leise (leichter Gegenwind wäre gut) hast du die beste Möglichkeit Tiere zu beobachten. Bei niedrigem Wasserstand kannst du sogar am Anfang der Fischa eine große Biberhöhle die mit Ästen gitterartig versperrt ist, bewundern. Bisamratten und Fischotter schwimmen oft quer durch die Altarme oder jagen im Gezweig der umgestürzten Bäume. Große fette Karpfen "tümpeln" im seichten warmen Wasser. Manchmal und mit etwas Glück kannst du an der Oberfläche die schwarzen Karpfenbuckel sehen.

Für Wagemutige ist auch ein kleiner Abstecher in die Au zu empfehlen. Bei Hochwasser mit dem Boot oder zu Fuß durch Sümpfe. Schlick, Gelsen, Brennesseln werden dich bald wieder aus dem dunklen feuchten Schatten zum Wasser treiben. Ein erfrischendes Bad reinigt von Schweiß und Blüten und lindert die Kratzer oder Gelsenstiche.

Bei einer Tour vor vielen Jahren eindeckte mein Sohn etwas eigenartiges im Wasser. Er meinte: "Papa, da schwimmt ein Pelzmantel." Worauf ich hin paddelte. Schock für uns - es war ein ertrunkenes Wildschwein, groß borstig und stinkend.

Alles mögliche und unmögliche wird vom Hochwasser gefangen und irgendwo wieder ausgespuckt - ich fotografierte schon weiße Gartensessel aus Plastik in drei Meter Höhe in den Bäumen hängend....

Weiter in der sogenannten Regelsbrunner Au. Parallel zur Donau, abwärts, von leichter Strömung bis Gegenwind ist alles möglich.....

Nach dem folgenden Übergang paddelst du an einer Insel vorbei, der Altarm wird breiter und die Donau ist hörbar nah, die Sonne brennt herunter. Nicht sonnengewohnte oder empfindliche Hauttypen: unbedingt schmieren, bzw. lange Bekleidung tragen, an heißen Sommertagen. Im Frühjahr zu fahren hat einige Vorteile: Keine, bzw. wenig Gelsen, viel Wasser = wenig tragen.

Die üppige Blütenpracht bewundern und sich z. B. von den Weiden "anweinen" lassen. Blüten- oder andere Säfte tropfen von den B?äumen, dass es aussieht als würde es regnen und du gleitest mit dem Boot möglichst geräuschlos am Ufer dahin und staunst.

Nachts am Lagerfeuer sitzt, bzw. liegst du auf der Matte, bewunderst den Sternenhimmel, lauscht den vielen Geräuschen des nächtlichen Urwaldes und es bleibt viel Zeit zum Träumen. Möglichst noch bei Licht und gut geschätzt gegen diverse kleine Sauger Feuerholz holen, besser zuviel als zuwenig, denn die Nacht wird lang und kühl.

Zelt aufstellen und Proviant für ein langes gutes Abendessen vorbereiten. Vor allem die Kids gut versorgen. Das Zelt bleibt zu, sonst quälen dich nachts die Moskitos. Gute Nacht, schlaf gut.

Morgens früh raus. Den Tau und die kühle frische Luft spüren. Die Glut entflammen lassen für ein ausgiebiges Frühstück. Natürlich sofort ein kühles Bad, das klärt den Kopf vom langen Sitzen am Lagerfeuer, Lachen, Essen, Trinken. Die Nächte sind unbeschreiblich schön und intensiv. Nach gemütlichem, ruhigem Vormittag mit Streifzüge durch die Umgebung (möglichst leise und mit Kamera) geht’s leider wieder ans Packen. Der Aufbruch ist bis ca 12 bis 14 Uhr vorteilhaft. Je nach Strömung und Wind bzw. Kondition der Mann (Frau)  schafft.

Wie immer gilt: Hinterlasse keine Spuren.: Feuer löschen. KOMPLETT, Steine drauf. Keinen Mist hinterlassen. Aber du weißt das ja sicher schon.

Dazu was Witziges: Habe einmal auf einer Insel ein Minigemüsebeet gefunden, mit frischen Tomaten am Zweig. Daneben noch das Schneidbrett mit der Gabel drauf. (Die Gabel habe ich heute noch) .

Die Steuermänner prüfen nochmals das Gelände. Ist alles im Boot? Und weiter geht’s zum nächsten Übergang.

Von vielen Tierbeobachtungen kann ich berichten: Z. B.: mit D. sah ich einen türkisfarbenen Eisvogel und einen Fischotter auf der Jagd. Mein Bruder fotografierte im dichten Sumpfgras eine fette große Schlange und ein ertrunkenes Reh im Schlamm. Mit B. sah ich früh am Morgen, als wir leise in einem Seitenarm bei Orth an der Donau am Ufer entlang paddelten, einen großen Raubvogel (Seeadler?) der mit seiner blutigen Beute in den Krallen aufflog als wir zu nahe kamen. Ein anderes Mal sah ich durch die Taucherbrille unter den Seerosen große Süßwassermuscheln und viel Fische.....

Nachdem die letzten Übergänge geschafft sind, wird es immer breiter. Der große Steinbruch vor Hainburg ist zu sehen und die letzten Ausläufer der Alpen: Hundsheimer und Braunsberg. Dann sieht und hört man die Donau wieder. Letzter Übergang - und - raus aus dem Strom. Am besten gleich zur Mitte, denn die starke Strömung treibt dich nach rechts zur Wildungsmauer.

Ein kleiner Ort mit Hafen, gleich danach wäre wieder eine Möglichkeit von der Donau über den Hochwasserschutzdamm in den nächsten Altarm einzusteigen. Geht sich leider zeitmäßig meist nicht aus. (Für Eintagestouren) Daher bleiben wir am Strom, beobachten Bojen, Schiffe, schaukeln auf den Wellen der Schlepper oder Tragflügelboote stromabwärts.

Traumhafte Inseln heben sich aus dem Wasser. Erst nur Schotterbänke, flach, lang und weiß, dann spärliche Vegetation, Gräser, Sträucher, kleine Weiden, aber dann, mächtige Bäume. Sandstrände laden zum Anlegen ein. Motorboote mit Sonnenhungrigen ankern rundherum. Regelrechte Campingplätze mit Kühlboxen, Sonnenschirmen und nackten Menschen ziehen an dir vorbei.

Die Donaubrücke oberhalb von Hainburg ist nicht mehr zu übersehen. Am großen Strom ist es meist windig und daher empfiehlt es sich wieder etwas anzuziehen. An heißen Tagen aber solltest du doch nochmals anlegen und im strömungsarmen Uferbereich in der Donau schwimmen.

Es ist ein herrliches, ungewöhnliches Gefühl den kalten, starken Strom am Körper zu fühlen und weit rauszuschwimmen oder sich treiben zu lassen. (Nur für geübte Schwimmer oder in Bootsbegleitung empfehlenswert.) Das Ufer mit den Booten im Auge behalten, gegen die Strömung schwimmen und dann wieder raus.

Wieder am Schotterstrand trocknet dich die Sonne und der Wind sehr schnell. Dann mit den Sandalen ein bißchen in der Au forschen, aber wieder die Boote weit raustragen oder einer bleibt als Beobachter. Manche, vor allem große Schiffe, drücken hohe Wellen ans Ufer, nachdem sie das Wasser regelrecht rausgesaugt haben, teilweise unberechenbar. Alle wieder ins Boot und raus in die Strömung, weit an den Bojen vorbei. Jetzt ist Zeit für eine Jause oder du wartest damit bis du in der Schnellbahn Richtung Wien sitzt.

Die Brücke wird größer, kommt näher und links ist der Hafen von Stopfenreuth zu sehen. Der Donauwirt hat, glaube ich, schon lange geschlossen und das alte Gebäude verfällt langsam. Gegenüber und nicht zu übersehen, liegt Bad Deutsch Altenburg mit dem Park und der Uferpromenade. Meist gehen hier viele Ausflügler spazieren. Wir winken und genießen Sonne, Wind und Wellen.

Unter der Brücke, wir, oben Auto- und Radverkehr. Geräusche und sonderbare Akustik wenn wir dieses große Bauwerk über, und dann hinter uns lassen. Vor uns, groß und breit, von Bergen eingerahmt, Hainburg. Mächtige Schotterufer, die Promenade. Oben die Trasse der Schnellbahn mit dem kleinen Bahnhof, ist schon von weitem zu erkennen. Wir bleiben rechts und treiben am Ufer entlang. Wo der Auwald aufhört, geht es scharf rechts in den Hainburger Hafen. Jetzt ist eine Entscheidung fällig.

Im Hafen aussteigen, oder weiter runter und nach dem Zollschiff zu den großen Betonstufen paddeln. Spannung, Diskussionen, gemischte Gefühle wie: Schade, dieser Traumausflug geht dem Ende zu oder endlich wieder Menschen, Zivilisation, Beton, Cola, Eis, keine Gelsen, keine Brennesseln, etc., je nachdem für wen es wie gelaufen ist. Es ist immer wieder anders und ich gebe zu, nach drei Stunden Regen und kaltem Wind am Strom freust du dich sicher auf die warme, trockene Schnellbahn nach Wien.

Tip: Falls mit Regen zu rechnen ist, sind Pelerinen sehr praktisch, denn Jacken schützen meist nur den Oberkörper. Nasse Jeans und Wind drauf, da wird es bald kalt und ungemütlich. Kapuze und Schirmkappe Stirnband schützen, falls nötig. Den schönen kleinen Hafen vorbeiziehen lassen und ca. zehn Minuten später anzulegen hat einige Vorteile. Leichter Ausstieg über Stufen. Lange, tiefstehende Sonne, daher weniger Gelsen und die Ausrüstung (Boot) trocknet besser.

Auch ein kleiner Wirt mit Gastgarten ist sehr nahe. Für Stärkung während dem Bootsputzen und Zusammenpacken der Ausrüstung. Letzte Fotos - traumhafter Panoramablick, rauf und runter die mächtige Donau. Visavis das Herz der Au/Stopfenreuth, wo vor Jahren viele Menschen für deren Erhaltung den "Betonierern" die Stirn geboten haben, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es hat brutale Polizeiübergriffe mit Verletzten Umweltschützern gegeben, aber das ist eine andere Geschichte. Die Geschichte hat uns Recht gegeben, denn eine europaweit so einmalige Landschaft muss so bleiben wie sie ist und nur die Hochwasser und Jahreszeiten formen dieses Juwel immer wieder neu.

Die Fahrzeit nach Wien beträgt ca. 1,5 Stunden. Daher, nachdem alles verpackt ist, geht es zum Bahnhof. Nach ca. 15 Minuten Gehzeit sind wir oben und warten auf den Zug der alle Stunden fährt. Die Abfahrtszeit vorher abzufragen lohnt sich, obwohl es nicht leicht bzw. stressig ist, einen bestimmten Zug zu erreichen, denn ab der Donaubrücke brauchst du ca. 1,5 Stunden bis zum Bahnhof. Aber das ist von der Strömung und der Lust aufs Paddeln abhängig. Daher, lieber kein Stress, jede Minute genießen, denn wer weiß, wann du wieder startest.

Tourenvariante STOPFENREUTHER AU:

Das Herz der Au ist leicht erreichbar über die Hainburg-Brücke z. B. per Rad, Schnellbahn oder Auto oder zu Fuß Die schwierigere Variante per Boot beginnt in Hainburg. Aufs Wasser und runtertreiben lassen. Bis rechts nach Hainburg wo die Berge flacher werden, dann sofort zur linken Seite und aufpassen!! Der sogenannte Tiergartenarm ist der letztmögliche Einstieg. Grobe Felsen am Ufer, dann eine Bucht, Sandstrand und stilles Wasser, bleib nahe am Ufer und dann: raus. Mit Boot und Gepäck über die Forststraße auf der anderen Seite erwartet dich stilles Wasser, Schlamm, Treibholz, Wasserlinsen, querliegende Bäume, traumhaft schön. Ins Boot und weiter oder einfach schauen und staunen. Diese Tour ist schwer, aber sie lohnt sich, denn urtümlich schmal und faszinierend winden sich die Altarme durch den Auwald. Da sich der Wasserstand immer wieder verändert (die Au atmet), kann ich keine genaue Beschreibung mehr liefern. (Kartenmaterial gibt es im Fachhandel).

Einfach dem Wasser nach, am Ende ausschwärmen und den nächsten Einstieg suchen. Oft ist es leicht, manchmal ist es mühsam.....

Nachdem du die Asphaltstraße vom Ort Stopfenreuth zum Hafen, bzw. Donauwirten erreicht hast, wird es härter. Visavis etwas rechts gehen, steil runter zum Wasser. Brackig, schlammig und finster wird es in dieser Rinne. Es kann sehr seicht werden, daher ist es oft notwendig, auszusteigen und das Boot zu ziehen. Hier kommen die Gelsen auf ihre Rechnung, daher vorher schmieren und anziehen. (Goretex-Jacke, lange Hose) es ist reine Nervensache, aber es lohnt sich, denn nach ca. 400 m wird es hell und sch?n, denn du watest durch die Seerosen und anderes Grünzeug.

?ber den See und am Ende ein erfrischendes Bad. Essen, trinken, faulenzen oder zur Forststraße rauf und in die Au wandern. Auf der anderen Seite der Forststraße wieder ins Wasser und weiterpaddeln. Links bleiben bis ein großer Baum auffällt, dessen Wurzeln tief bis zu Wasser reichen. Spuren suchen ist manchmal notwendig, also schickt einen Späher aus, um den richtigen Ausstieg zu finden. Die Wurzeln des Baumes sind wie Stufen, da musst du rauf. Vorher alles gut einpacken, denn ab jetzt sollte es möglichst schnell gehen, durch den Auwald zur Donau. Es gilt ca. 500 m mit Gepäck und Boot zwischen hohen Disteln, Brennesseln, Ästen, Gelsen etc. den Treppelweg an der Donau zu erreichen. Viel Spaß! Wenn du das geschafft hat, in der Sonne verschnaufen, Beeren pflücken, trinken, Ausrüstung und Gepäck checken, nichts verloren?

Jetzt den besten Abstieg zur Donau suchen (Holzstufen, Fischersteige, etc.) Alle am Wasser, nichts vergessen und wir treiben an einer schönen Insel vorbei und sehen die Brücke von Hainburg. Sehr relaxed jetzt. Das letzte Bier? Nach der Brücke rechts halten und in den Hafen "reinsurfen", trotzdem beim Kehrwasser aufpassen!! Oder du entscheidest dich weiter zu paddeln, am Bahnhof vorbei und dann nach Hainburg knapp hinter dem Zollschiff rechts raus. Vorteile, Nachteile, siehe oben.

Danken möchte ich vor allem Herrn GRABNER, den ich schon sehr lange kenne, für die Möglichkeit meine Erlebnisse auf der Donau abzudrucken, meiner Mutter, die mich als erste ermutigte einfach meine Gedanken, Erinnerungen und Eindrücke niederzuschreiben, Doris P. (die leider nicht oft genug dabei war) dafür aber meine Schmierereien am Schreibcomputer lesbar machte, meinen Söhnen, die oft dabei waren und mir viel Freude machen.