Segelnd auf dem Lago Maggiore von Tenero bis Laveno

Bericht & Fotos: Herr Jürg Graf (2010)

Boot: ADVENTURE mit Trimaran Besegelung

Grabner Schlauchkanadier (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkanadier (Schlauchboot, Luftboot)

Das Mee(h)r Ferien Projekt führt uns dem Wasserlauf entlang von der Wasserscheide am Witenwasserenstock (CH) in mehreren Etappen bis ans Meer. Als eine mehrtägige Etappe steht auch die Längsdurchquerung des Lago Maggiore auf der Marschtabelle.

Das Grabner Adventure kennen wir bereits vom paddeln her und entscheiden uns darum, für das geplante Unternehmen die Besegelung dazu auszuprobieren.

Wir packen das ganze Segelschiff, Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Outdoorküche und Proviant  in Taschen und Packsäcke, packen alles auf ein kleines Wägelchen und fahren Richtung Süden.

Der Gedanke daran, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein komplettes Segelschiff transportieren zu können, ist speziell. Auf dem Campingplatz in Tenero zieht der Zusammenbau des Segelschiffs einige neugierige Blicke auf uns.

Grabner Schlauchkanadier (Schlauchboot, Luftboot)

Wir laden die ganze Outdoor Ausrüstung in unser neues Fortbewegungsmittel und machen die ersten Segelversuche auf dem Lago Maggiore.

Noch kommen wir mit Segeln nicht so richtig vom Fleck, das ist aber bei praktisch Windstille auch nicht weiter verwunderlich. Nun, natürlich haben wir auch an die Motorisierung gedacht.

Wir paddeln los. Kurz nach Mittag kommt leichter Gegenwind auf, das Segeln kann losgehen. Aufkreuzen funktioniert recht gut und wir kommen langsam aber stetig vorwärts.

Nach rund einer Stunde frischt der Wind weiter auf und unsere kleine Nussschale kommt richtig in Fahrt. Das Problem ist nur, dass wir den Aufkreuzwinkel zwar halten können, der Wind und die Wellen uns aber seitwärts statt vorwärts bewegt.

Grabner Schlauchkanadier (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkanadier (Schlauchboot, Luftboot)

Wir segeln fast den ganzen Nachmittag eifrig hin und her, ohne wirklich vorwärts zu kommen. Dann flaut der Wind wieder ab. Das geplante Etappenziel des ersten Tages ist noch in weiter Ferne.   Nochmals nehmen wir die beiden Paddel in Betrieb und suchen einen geeigneten Platz, um unser Zelt aufzuschlagen. Das ist hier gar nicht so einfach, da praktisch der ganzen Küste entlang Privatgrundstücke direkt an den See grenzen. Als sich noch herausstellt, dass der Campingplatz, den wir anvisieren, keiner mehr ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als bei einem Grundstückbesitzer zu fragen, ob wir das Zelt aufschlagen dürfen. Anlanden am Ufer ist einfach: Wir klappen die Schwerter hoch und landen an, als wäre keine Besegelung angebracht. Die Bewohner des Grundstücks entpuppen sich als äusserst gastfreundlich und so verbringen wir eine angenehme Nacht auf einem Privatrasen direkt am See.

Die Windverhältnisse wiederholen sich am zweiten Tag. Eine frühe Tagwache beschert uns rund zwei Stunden leichten Rückenwind, dann ist der See still bis zum auffrischen des Gegenwinds. Wie gestern kommen wir bei leichtem Gegenwind noch vorwärts, dann wird dieser wieder zu stark, um an ein Vorwärtskommen zu denken. Wir finden schliesslich einen gemütlichen (öffentlichen) Kiesstrand, wo wir die Nacht verbringen können. Schon heute ist klar, dass wir bis zum morgigen Abend nicht den ganzen See durchqueren werden. Wir entscheiden uns, am nächsten Tag bis Laveno weiterzusegeln oder zu -paddeln.

Am Morgen von Tag drei ist der Wind schräg von hinten für ein schnelles vorwärtskommen perfekt. Bereits nach kurzer Segelzeit treffen wir in der Bucht von Laveno ein. Wir fassen kurz eine Weiterreise auf See in Betracht und entscheiden uns wegen starkem Wellengang und der Rückreise mit Sack und Segelschiff mit öffentlichem Verkehr dagegen. Das Abbauen des Boots geht zügig voran. Das Verpacken in den Segelsack muss aber wohl überlegt sein, dass alles richtig gut reinpasst. Ein bisschen wie Puzzle spielen. Nach rund zwei Stunden ist aber alles an seinem Platz verstaut und die Rückreise mit Bus und Bahn kann beginnen.