E-BOATS AUS ÖSTERREICH

Als der e-boat Gedanke geboren wurde, gab es verständlicherweise keine geeigneten Boote dafür. Das Platzangebot herkömmlicher Canadier endete bei 4 Personen. Da e-boats aber mindestens 10 Personen transportieren können müssen, schieden konventionelle Boote aus.

Für die Entwicklung geeigneter Boote wurde Anleihe von den traditionellen Dragon boats genommen. Diese ursprünglich aus China stammenden schlanken, länglichen Boote werden für traditionelle See-Festivals verwendet. Sie fassen 10 bis 20 Personen und werden - nebeneinander sitzend - mit Stechpaddel angetrieben. Dragon Boote werden aus Holz oder Glasfiber hergestellt und wiegen 200 bis 300 kg. Also für den leichten und unkomplizierten Transport völlig ungeeignet. Die Idee war es also, die Form von DRAGON boats in etwa beizubehalten, aber für leichten Transport geeignet. Sehr kippstabil, ungefährlich und in Hinblick auf Kinder + Senioren. leicht zu paddeln sollten sie sein.

Erster Schritte war es, entsprechend große Mannschaftscanadier aus Polyester zu bauen. Diese booten zwar Platz für eine ganze Mannschaft, doch waren sie extrem schwer und unhandlich. Für Transport und Aufbewahrung war ein Anhänger und eine Garage notwendig. Wer Tokio kennt, weiß aber , dass Abstellflächen mit Gold aufzuwiegen sind und die Lagerung eines Bootes/Anhängers nur von Millionären zu finanzieren ist.

Nächster Schritt war daher, ein Falt e-boat zu entwickeln. Auf Basis herkömmlicher Faltboote mit Metallgerüst wurde von einem japanischen Hersteller ein 10 Personen Canadier konstruiert. Damit war das Transportproblem drastisch gemildert und auch das Bootsgewicht gesenkt. Ein neues Problem entstand allerdings. Diese Faltboote bestanden aus über 80 Einzelteilen und mussten von den zumeist Laien mühsam vor jeder Fahrt zusammengebaut werden. Eine Arbeit von 1 bis 2 Stunden! Und wehe, wenn irgendwann ein Teil verloren oder mit einem anderen Boot vertauscht wurde.

Es war all zu verständlich, dass die Japaner auch damit nicht restlos glücklich waren. Als ständige Tüftler suchten sie nach einem Boot, das kleinst zusammenlegbar, leicht zu transportieren, von Laien einfach aufzubauen, beim Fahren absolut sicher und gute Fahreigenschaften haben sollte.

Anlässlich eines Japan-Aufenthalts vor 3 Jahren traf sich Herr GRABNER mit den japanischen e-boat Experten, um einen in allen Punkten wirklich taugliches Mannschafts-Canadier zu entwickeln. In nur 6 Monaten war das Boot serienreif. Es wurde sofort eingesetzt und hat auf Anhieb alle begeistert. Einige Kinderkrankheiten wurden ausgemerzt - nun ist das Boot in allen Details perfekt. Seit 2 Jahren werden bei allen Rennen ausschließlich die neuen GRABNER e-boats verwendet, und frühere Boote ausgemustert.

Übrigens - um den "Bootsfahr-Gruppengedanken" auch in Europa bekannt zu machen, gibt es das japanische e-boat unter dem Namen GRABNER "ADVENTURE TEAM" auch bei uns zu kaufen.

1. JAPANISCHES E-BOAT SYMPOSIUM - INUYAMA

Aus Anlass des 7. nationalen e-boat Rennens veranstaltete die japanische e-boat Organisation das weltweit erste e-boat Symposium. Einen Tag vor dem Rennen trafen sich etwa 600 interessierte Zuhörer mit Experten verschiedener Fachgebiete in der Stadthalle von INUYAMA. In den Beiträgen ging es einerseits um aktuelle Themen des Umwelt- + Gewässerschutz, andererseits darum, wie man den e-boat Gedanken noch weiter ausbauen + verbreiten könnte.

Auch in Japan machte man in den früheren Jahrzehnten den Fehler, Flüsse zu begradigen und die Ufer zu "verbetonieren". Die Folgen waren schwere Überschwemmungen und Zerstörung durch die ungebremste Wasserwucht bei Unwettern. Es wurde aber auch erkannt, welchen Wert unverbaute Gewässer für die Natur und die Menschen haben. Einige anwesende Politiker erklärten, dass Sie alles daran setzen werden, die alten Fehler wieder auszumerzen.

Andere Referenten setzen sich dafür ein, dass die zahlreichen wunderschönen Flüsse Japans für Tourismus und Wassersport noch viel mehr genützt werden sollten. Dies wurde von den Symposiums-Teilnehmern sehr positiv gesehen und sogleich wurden einige konkrete Umsetzungsschritte vorgeschlagen und diskutiert.

Sowohl die e-boat Organisatoren als auch etliche anwesende Bürgermeister von e-boat Gemeinden berichten euphorisch von der raschen Verbreitung des e-boat Gedanken, die gute und steigende Annahme durch die Bevölkerung und vor allem die positiven Auswirkungen. Die gemeinsamen Bootsfahrten und Teamrennen begeistern die Japaner sehr - was man am darauf folgenden Tag bei Rennen eindrucksvoll erleben konnte. Ganz sicher haben e-boat Aktivitäten in Japan auch zukünftig ein starkes Wachstum.

Als einziger ausländischer Symposiums-Referent war Herr Wolfgang GRABNER - von der GRABNER-Luftboot- + Schwimmwestenfabrik Österreich - eingeladen. Er berichtete über die Entwicklung des Wassersports in Europa und künftige Trends. Die Teilnehmer wollten darüber hinaus noch vieles über den Bootssport in Europa wissen und fragten fleißig. Besonders das Thema "Sicherheit beim Rafting + Wildwasserfahren und Vorbeugung gegen Unfälle" war von großem Interesse.

Mit einem japanischen Abend, begleitet von großen Reden wichtiger Persönlichkeiten, japanische "kulinarische Köstlichkeiten" (für Europäer etwas gewöhnungsbedürftig) und heißen Banjo Rhythmen klang das Symposium aus.

7. NATIONALE JAPAN E-BOAT RACE - KISO RIVER - 29 + 30. AUGUST 2003

Einen Tag nach dem e-boat Symposium war es so weit. In INUYAMA am KISO RIVER (Nähe NAGOYA) traf sich die e-boat Szene Japans. Unterhalb der großen Brücke waren auf beiden Ufern die Startpositionen aufgebaut. 12 neue GRABNER e-boats für je 10 Insassen warteten auf das Startsignal. Insgesamt 88 Teams = 880 Personen waren angetreten, um für Ihren Sieg zu kämpfen.

Die Mannschaften waren einheitlich gekleidet, manche trugen traditionelle japanische Reishütte, andere westliche Kappen. Jedenfalls ein farbenprächtiges buntes Bild, das sich zusammen mit den knallroten Booten am Wasser bewegte. Ein fernöstlicher Gong, Startpistole und Siegesrufe - wie bei den früheren Samurais - durften nicht fehlen.

In einer für Europäer unglaublichen Euphorie - angefeuert von etwa 2000 Zuschauern - gab jedes Team sein Bestes. Begleitet von Lautsprechern in Disko-Lautstärke und begeisterten Zuschauern wurden Höchstleistungen erbracht. Wobei es oft schon eine Höchstleistung war, überhaupt ins Ziel zu kommen und nicht vom Fluss abgetrieben zu werden! Immerhin waren die Athleten keine Profis, sondern untrainierte Jugendliche bis Senioren aus verschiedenen japanischen Orten und Berufsgruppen.

Um die Paddler anzuspornen, besonders aber, wenn ein Boot nicht zurecht kam und in der Strömung abzudriften drohte, erschallten laute Anfeuerungsrufe. ITSCH-NIE, ITSCH-NIE, ITSCH-NIE (1-2) dröhnte es aus den 5000 Watt Lautsprecherboxen und die Zuschauer stimmten aus voller Kehle mit ein.

Die riesige Startpistole wurde von einem hübschen Fräulein bedient, der sofort anzusehen war, dass sie keine Japanerin sein konnte. Und siehe da - mitten in Japan - eine Deutsche Studentin aus Halle an der Saale, die eine so "gefährliche" Aufgabe übernommen hatte. STEFANIE SELLMER studiert japanisch und absolviert gerade ein Tourismuspraktikum in INUYAMA City. Deutsche sind wirklich in allen Teilen der Welt anzutreffen

Als 89. Team gingen die "Promis" an den Start. Besetzt mit dem "e-boat Erfinder EIJI TANAKA", einigen prominenten Politikern und Bootsbauer GRABNER aus Österreich kämpfte man, was Ergeiz und Energie hergaben. Immerhin konnte der beachtliche 10. Platz errungen werden.

Nach 2 Durchgängen stand auch das Siegerteam fest. Erstplatzierte waren eine Gruppe von Gefängniswärtern, die offensichtlich durch den täglichen Umgang mit "härteren Fällen" viel Kraft in den Muskeln hatten.

Genau so euphorisch wie das Rennen war auch die Siegerehrung. Siegeshymnen wie man Sie von den Kamikaze Filmen kennt, brachten die Stimmung auf den Höhepunkt und machten das Rennen für alle, die dabei waren, zu einem unvergesslichen Erlebnis.