VOGALONGA 2013 / Venedig

Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Hier riecht es nicht so übel wie man vielleicht vermuten würde
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Unsere Landsleute aus Oberösterreich mit selbstgebautem Einbaum
Venedig ganz ohne Motorboote, das muss man erlebt haben!
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Die Streckenführung der Vogalonga. Quelle: www.vogalonga.eu
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Campanile und Markusplatz – Das „Touristenmekka“ von Venedig
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Der „Riverstar“ ist schnell einsatzbereit und bietet viel Komfort. Spritzdecke = optional.
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
GROSSE Wirkung
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Kleines Packmaß
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Grabner Schlauchkajak (Schlauchboot, Luftboot)
Abendstimmung mit Blick von Lido nach Venedig

Paddeln im „größten Freilichtmuseum Europas“

Bereits zum 39. Mal fand „das lange Rudern“, die „VogaLonga“, in Venedig statt. Diese traditionelle Bootsregatta entstand durch die Zuneigung und Beharrlichkeit einer Gruppe Venezianer, die ursprünglich als Protest gedacht, diese Veranstaltung seit über 30 Jahren aufrechterhalten.

 

Derzeit verzeichnet die Regatta bis zu 7000 Teilnehmer mit insgesamt 1700 Booten. Erlaubt sind alle Wasserfahrzeuge die mit Muskelkraft betrieben werden. Neben unzähligen Ruder- bzw. Drachenbooten sowie Gondeln findet man natürlich auch einige Kajak und Faltbootfahrer.

 

Grund genug für uns dieser einzigartigen Stadt einen Besuch abzustatten. Mit im Gepäck ein aufblasbares Schlauchboot der Firma Grabner, den „RIVERSTAR“. Dank des überaus kleinen Pack maß spielt er seine Vorteile bereits bei der Beladung des Autos aus.
Die passende Spritzdeckenvorrichtung die schnell, unkompliziert bzw. optional montiert werden kann lässt sich ebenfalls leicht verstauen und bietet bei Wind und Wellen einen guten Schutz gegen nasse Füße, wie wir später am eigenen Leib erfahren durften.

 

Unser erster Anlaufpunkt in Venedig ist „Lido“. Diese kleine vorgelagerte Insel schützt die Lagune vor Umwelteinflüssen und bietet eine gute Alternative für Urlauber die der von Touristen bevölkerten Stadt für kurze Zeit den Rücken kehren wollen. Sandstrände laden zum Baden ein, Eisdielen wo hin das Auge reicht und eine kleine Promenade zum abendlichen Bummeln, Dolce Vita am Lido!

 

Am Campingplatz San Nicolo angekommen machen wir uns sofort daran dem „Riverstar“ Leben, bzw. 0,3 bar Luft, mittels Pumpe einzuhauchen. Trotz der Tatsache, dass wir dies das erste Mal machten klappte dies auf Anhieb sehr gut und wir konnten wenige Augenblicke später das Boot zu Wasser lassen.
Durch die komfortable Breite des Bootes sitzt man nicht nur äußerst bequem, sondern fühlt sich auch ziemlich sicher und kippstabil.

 

Gemütlich schippern wir Richtung Sankt Markus Platz wo uns schon hunderte, vorwiegend asiatische Touristen, mit ihren Nikons, Konikas und Canons erwarteten bzw. ablichteten.
Ein buntes Treiben aus ein und ausfahrenden Kreuzfahrtschiffen Wassertaxis, Gondeln, und Ruderbooten aller Art. Erst jetzt wird uns bewusst, dass wir uns auf einer vielbefahrenen Wassertrasse befinden, und wir mit den Verkehrsregeln nicht wirklich vertraut sind.

 

Geschickt manövrieren wir unser Luft befülltes Boot durch das Verkehrschaos Richtung Canal Grande. Der Start der Regatta ist um 9 Uhr morgens. Eine Startlinie sucht man vergebens, es ist vielmehr eine Startzone.
Mittels Kanonenschuss wird der Start signalisiert und das „lange Rudern/Paddeln“ beginnt. Die Strecke führt vom Sankt Markus Bassin, vorbei an der Insel „Sant Erasmo“ einmal um die Insel „Burano“ und wieder zurück nach Venedig. Ein kurzer Abstecher bei der Insel „Murano“, der legendären Glasbläserinsel, darf natürlich auch nicht fehlen.

 

Die Wartezeit bei der Einfahrt in die Stadt durch das nördlich gelegene Nadelöhr nimmt man gerne in Kauf. Von den kleinen Balkonen, Gassen und Kaffeehäuser begrüßen uns die Zuschauer und rufen „BRAVI! BRAVI!“

 

Schlussendlich haben wir nach einem verregneten Tag auch noch etwas Wetterglück. Nicht nur Poseidon sondern auch Petrus ist uns gut gesinnt, die Sonne kommt allmählich hinter den Wolken hervor und begrüßt die Teilnehmer in „La Serenissima“ („Die Durchlauchtigste“), wie die Stadt auch des Öfteren bezeichnet wird.

 

Wir genießen die einzigartige Atmosphäre und lassen uns von den „Vogalonga Fans“ bis ins Ziel tragen. Naja, schön wär’s. Paddeln müssen wir schon noch selber, aber zumindest sind wir zu zweit. Die 30 Kilometer haben uns doch etwas zugesetzt.
Wir passieren die Rialto Brücke und wissen, dass es nicht mehr weit ist. Der Canal Grande ist wie leergefegt. Kein „Vaporetto“ (Wassertaxi) oder Motorboot in Sicht. Ungestörtes Paddeln, ohne Angst zu haben von ein paar PS mehr überholt oder bedrängt zu werden. Ein einzigartiges Erlebnis. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus, Venedig präsentiert sich von seiner romantischsten Seite.

 

Plötzlich sehen wir den Campanile und den Markusplatz, eine Ziellinie suchen wir vergebens. Erst als wir wieder in den „motorisierten Bootswahnsinn“ eintauchen wissen wir, dass wir es geschafft haben. Wir kehren sofort um und „flüchten“ zurück in den Canal Grande. Die motorfreie Zeit dauert noch bis ca. 15:00.
Obwohl wir schon einige Zeit im Boot sitzen wollen wir uns noch ein bisschen in den Kanälen umsehen. Wir treffen andere Gleichgesinnte, machen Fotos und freuen uns dabei gewesen zu sein.

 

Die eigentliche Zieleinfahrt, die bei unserem Campingplatz, steht jedoch noch bevor. Hunger, Durst und Müdigkeit sind unser Begleiter und schlussendlich schaffen wir es nach fast 6 Stunden in der salzigen Lagune unsere Ausstiegstelle zu erreichen.
Nach einer erfrischenden Dusche sitzen wir mit einem Glas Wein und einer verdienten Portion Tortellini an der Hafenmauer und schauen uns den Sonnenuntergang an und lassen den Tag noch einmal Revue passieren.

 

Am Horizont erblicken wir immer noch Ruderfahrzeuge, schon längst regieren jedoch wieder die Motorboote, Fähren und Kreuzfahrtschiffe in Venedig. Doch nur bis zum nächsten Jahr zu Pfingsten, wo es dann wieder heißt: Alle Motoren stopp und LANGE RUDERN, entschuldigung – PADDELN, aber das ist doch eh alles das Gleiche, oder?!

 


MILLE GRACIE - DOLCE VITA e BELLA ITALIA – Wir kommen wieder ;) !!

 

Bericht: Daniel Toros
Fotos: Flavia Castillo

Mai 2013