Suchen Sie die Ruhe und wollen dafür nicht weite Anreisen auf sich nehmen?

 

... dann versuchen Sie es einmal mit Flusswandern.

Da kann man den Zentralraum rund um Linz plötzlich mit ganz anderen Augen sehen. 

Bericht von Reinhold Gruber

(Boot: HOLIDAY 2)


Der Linzer Josef Leitner bekommt fast glänzende Augen, wenn er von seinen Erkundungen auf den Wasserstrassen im Zentralraum Oberösterreich erzählt. Vor zehn Jahren hat der Vater von zwei Kindern im Alter von 14 und 16 Jahren das Wasser als sein Element entdeckt. Seither wandert er im und am Fluss - und erlebt das Abenteuer praktisch vor seiner Haustür.

Steyr, Krems, Innbach, Traun, Mühlbach, Innerwasser, Mitterwasser, Alm - es gibt so viele Flüsse, die sich geradezu ideal dazu prädestinieren, mit einem Kanu "erobert" zu werden. . "Mit dem 15 Kilogramm schweren, aufblasbaren, aber sehr soliden Kanu bin ich immer mobil", sagt Leitner. Und es gebe nichts Atemberaubenderes als den Anblick fußballgroßer Seerosenbeete oder abgestorbener Bäume, die die Flusslandschaft zieren. "Das ist einfach nur schön."

Die eigene Perspektive beim Wandern am Wasser reizt den Linzer. Zudem sei es eine ruhige Art der Fortbewegung, bei der man nichts anstellt. Vorausgesetzt natürlich man hat Respekt vor der Natur. Das ist ebenso wichtig wie die Kenntnis der Flüsse, die man "bewandern" will.

Dazu gibt es Kanuführer - "gescheite Landkarten" (Leitner), in denen jedes Wehr eingezeichnet ist und die auch Auskunft darüber geben, wo das Befahren gefahrlos möglich ist und wo Risken lauern. Denn Risiko will Leitner bei seinen Flusswanderungen nie eingehen. "Das Wasser hat eine nicht unterschätzende Dynamik und jedes Wasser hat seine eigene Persönlichkeit", philosophiert Leitner. Ein gutes Stichwort. Das meditative Moment dieser Form der Freizeitgestaltung will der Linzer gar nicht außer Diskussion stellen. "Es ist einfach wunderbar, am Wasser zu sitzen, die Sinne auszuleben und zu meditieren. Dass derart animiert plötzlich viele Menschen über die Flüsse "herfallen", diese Sorge hat Leitner nicht. "Wir stellen ja nichts an und gleiten nur dahin." Zudem gebe es viele Kraftwerke, die umgangen werden müssen. Und da erfordert das Stillen der Abenteuerlust auch Kraft und Ausdauer. Zudem würden Regionen wie in Holland oder die Moldau in Tschechien zeigen, dass Gebiete, die "danach schreien, mit dem Boot entdeckt zu werden" nicht überschwemmt werden.

Flusswandern macht sichtlich Spaß.

Der Linzer schwört auf diese Art der Freizeitgestaltung in der Natur.