DER SONNE ENTGEGEN

Von Gerhard Schweighofer und Gottfried Wiefler

Wo:  Kroatien

Länge: 172 km

Dauer: 4 Tage

Ausgangspunkt: Kovacine / Insel Cres

Endpunkt:  Valun / Insel Cres

Boot: GRABNER RANGER

9. Mai: Abfahrt in Graz bei Regen, über Maribor-Lublijana-Rijeka auf die Insel Krk, dann mit der Fähre von Valbriska nach Merag und weiter bis zum Campingplatz Kovacine auf Cres. Es regnet noch immer.

10. Mai: Ein herrlicher Tag zeigt sich an. Wir packen den RANGER aus, der Aufbau geht schnell voran, wie erwartet. Das Boot wird zu Wasser gelassen, der Motor montiert, dann werden bei der Tankstelle 2 x 24 Liter Tanks mit Benzin gefüllt und wir fahren wieder zurück ins Camp. Es wird gepackt. Unser Ziel ist 3 – 4 Tage zwischen den Inseln der oberen Adria zu kreuzen, in Buchten mit Zelten zu übernachten und dabei das neue Boot zu testen.

Aus diesem Grund muss mit großem Gepäck gefahren werden: 2 Tanks (48 Liter Benzin), Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Taschen mit Bekleidung, Wasserkanister, Kühltasche mit Proviant, Gaskocher, Geschirr, Blasbalg, Kompass, Barometer, Leuchtpistole (K4), Anker, Leinen, Reparatur-Set. Unser RANGER ist ziemlich voll beladen, ca. 50-60 kg Gepäck, 2 Tanks 50 kg, 2 Personen 160 kg.

Um 11 Uhr starten wir in Richtung Süd, Kompasskurs 185°, Windstärke 2-3, bei leicht ruppiger See. Die ersten Meilen bleiben wir ein paarmal stehen um den Motor zu trimmen und das Gepäck umzuschlichten, um eine optimale Gleitfahrt zu erzielen. Der Motor spritzt etwas Wasser ins Boot, da haben sich die 2 wasserdichten Packtaschen für den RANGER bewährt. Am frühen Nachmittag erreichen wir die Insel Uije, wir suchen nach einer geeigneten Ankerbucht zum Campieren. Die Boote werden gesichert, das Camp wird aufgeschlagen. Mit der Aussicht auf eine wunderschöne, fast noch unberührte Bucht mit türkisfärbigem Wasser, genießen wir den Rest des Tages.

11. Mai: Das Wetter hat umgeschlagen, das Meer ist unruhig, wir verpacken unsere Sachen ins Boot, dann geht es in Richtung Susak. Nach einem kurzen Anlegen an der Mole und einem Neuordnen der Packsäcke und Taschen - sie wurden durch den hohen Wellengang erheblich durcheinander gebracht - fahren wir weiter nach Mali Losinj zum Tanken.

Nach einer Rast am Camp Poliana, es ist ziemlich kühl geworden, bewirtet uns eins slowenische Familie mit heißem Tee und hausgemachten Salzfischen. Wir wollen weiter in Richtung Süden, doch der Südwind (Jugo) hat so zugenommen, dass wir nach ein paar Meilen den Kampf gegen Brecher und Schaumkronen aufgeben. Wir drehen um, und nehmen Kurs auf Osor. Jetzt zeigt sich das wahre Profil des RANGERS. Die Wellenberge um uns geben uns nie das Gefühl der Unsicherheit. Es kommt kein Spritzwasser über, im Boot bleibt es auch unter diesen Bedingungen trocken, so erreichen wir Osor.

Osor verbindet die Insel Losinj mit Cres durch eine Drehbrücke die zweimal am Tag für den Schiffsverkehr geöffnet wird. Wir sind müde und abgekämpft. Ein idyllisch gelegener Campingplatz mit einer sicheren Ankerbucht ist uns sehr willkommen. Die Zelte werden aufgeschlagen und nach einer Ruhepause, machen wir uns auf, den Ort Osor zu erkunden. Wir landen in einer sehr gemütlichen Terassa, wo wir bei dalmatinischen Schinken, Zahnbrasse und Rotwein den Tag ausklingen lassen.

12. Mai: Wieder ein schöner Tag, der Wind hat abgenommen, 1-2 Windstärken geben ideale Bedingungen um zurück zu unserem Ausgangspunkt zu gelangen. Ein kurzer Zwischenstop in Martinscica und wir sind in 2 Stunden wieder in Cres.

13. Mai: Den letzten Tag verbringen wir etwas gemütlicher. Nach einem kräftigen Frühstück, hinein in die Boote und ohne viel Gepäck erkunden wir die vielen schönen Badebuchten rund um Cres. (Günter ist allerdings der einzige von uns, der sich bei 17° ins Wasser begibt). Am Nachmittag steuern wir noch das idyllische Fischerdorf Valun an. (Bekannt aus dem Film "Der Sonne entgegen").


Bei fröhlichem Zusammensein und gutem Fisch beenden wir den letzten Tag auf Cres. Es war ein schönes Erlebnis diese 4 Tage mit dem neuen Boot. Wir waren überrascht von der Eigenschaft und den Einsatzmöglichkeiten, da es mit keinem anderen Luftboot dieser Größenordnung zu vergleichen ist.